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Lebenswandel
von Marion Th. Lang

„Wenn ich aus diesem Tor herausgehe, 
bin ich eine andere."

So sagte mein 14jähriges Patenkind, als ich mit ihr durch das Tor der Steinfelder Klosterkirche zu ihrer Taufe ging. 
Das Wort der Vierzehnjährigen, die ganz auf sich gestellt den Weg zum Glauben gefunden hatte, ist mir nah- und nachgegangen. Und als ich viele Jahre später wieder dort stand, schien mir das geöffnete Gittertor zu den zwei Türmen ein Symbol unseres Weges als Glaubende zu sein. 
Für die ersten Christen, die aus dem Judentum oder Heidentum kamen, war ihre Taufe sicher eine tiefgreifende Erfahrung. Für alle heute, die keine Erinnerung an ihre eigene Taufe haben, mag das nicht ohne weiteres ebenso sein. Auch vielen jungen Eltern, die ihr Kind zur Taufe bringen, ist das Bewusstsein des Geschehens vielleicht nicht immer ganz lebendig.

Ganz anders müssen wir es uns wohl vorstellen, wenn wir über Edith Stein, die 1998 heiliggesprochen wurde, nachdenken.

Die Verwandlung dieses Lebens stellt sich uns sinnfällig dar in der dreifachen Bronze-Skulptur des Edith-Stein-Denkmals ganz nah von St. Gereon.

Zu Beginn ihres Weges sitzt die Jüdin Edith Stein aus strenggläubigem Elternhaus, gestützt auf den Davidstern. Als junge Philosophin in der zweiten Darstellung durchzieht ein Riss ihre Gestalt - sie hat ihren Glauben verloren und ist Atheistin geworden, aber auf intensiver Suche nach der Wahrheit. 
In einer einzigen Nacht hat die Lektüre des Lebens der Teresa von Avila das Leben von Edith Stein 
für immer verwandelt.

Als sie beim Aufgang der Sonne das Buch schließt, sagt sie "Das ist die Wahrheit." Eine Bekannte der Familie äußert später: 
„Die Wandlung, die mit Edith vorgegangen war, strahlte aus ihrem ganzen Wesen."

Die dritte Figur des Denkmals zeigt dies in aller Deutlichkeit: Die Karmelitin des Kölner Karmels, die den neuen Namen „Teresia Benedicta a Cruce" trägt.

An diesem Denkmal kann ich nicht vorübergehen, ohne stehen zu bleiben und jedesmal fühle ich mich getroffen von diesem Lebensweg, der im Konzentrationslager von Auschwitz sein Ende gefunden hat.

„Einst ward ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht",
sagt der hl. Paulus seiner Gemeinde von Ephesus. (Eph 5,8)

Christlicher Glaube lebt aus der Verwandlung. In der Eucharistiefeier sehen wir mit unseren Augen Brot und Wein, nichts wird sich daran verändern. Aber mit den Worten der Wandlung wird Jesus gegenwärtig, der sich uns in der Eucharistie schenkt.
„Geheimnis des Glaubens" 
Wir antworten:
„Deinen Tod, oh Herr verkünden wir, deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit."

Der bittere Tod am Kreuz des Karfreitags verwandelt sich in das jubelnde Osteralleluja der Auferstehung - Zeichen für unser eigenes Leben, da wir nach unserem Tod teilhaben dürfen an der Auferstehung Jesu.

Das Thema unseres Pfarrbriefs ist zugleich das Thema allen Christseins. 
So fordert der Apostel Paulus uns auf:

„Legt den alten Menschen ab, zieht den neuen Menschen an." (Eph 4,24)

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