| Ganz anders müssen wir es uns wohl
vorstellen, wenn wir über Edith Stein, die 1998 heiliggesprochen wurde,
nachdenken.
Die Verwandlung dieses Lebens stellt sich
uns sinnfällig dar in der dreifachen Bronze-Skulptur des Edith-Stein-Denkmals
ganz nah von St. Gereon.
Zu Beginn ihres Weges sitzt die Jüdin
Edith Stein aus strenggläubigem Elternhaus, gestützt auf den
Davidstern. Als junge Philosophin in der zweiten Darstellung durchzieht
ein Riss ihre Gestalt - sie hat ihren Glauben verloren und ist Atheistin
geworden, aber auf intensiver Suche nach der Wahrheit.
In einer einzigen Nacht hat die Lektüre
des Lebens der Teresa von Avila das Leben von Edith Stein
für immer verwandelt.
Als sie beim Aufgang der Sonne das Buch
schließt, sagt sie "Das ist die Wahrheit." Eine Bekannte der Familie
äußert später:
„Die Wandlung, die mit
Edith vorgegangen war, strahlte aus ihrem ganzen Wesen."
Die dritte Figur des Denkmals zeigt dies
in aller Deutlichkeit: Die Karmelitin des Kölner Karmels, die den
neuen Namen „Teresia Benedicta a Cruce" trägt.
An diesem Denkmal kann ich nicht vorübergehen,
ohne stehen zu bleiben und jedesmal fühle ich mich getroffen von diesem
Lebensweg, der im Konzentrationslager von Auschwitz sein Ende gefunden
hat.
„Einst ward ihr Finsternis,
jetzt aber seid ihr Licht",
sagt der hl. Paulus seiner Gemeinde von
Ephesus. (Eph 5,8)
Christlicher Glaube lebt aus der Verwandlung.
In der Eucharistiefeier sehen wir mit unseren Augen Brot und Wein, nichts
wird sich daran verändern. Aber mit den Worten der Wandlung wird Jesus
gegenwärtig, der sich uns in der Eucharistie schenkt.
„Geheimnis des Glaubens"
Wir antworten:
„Deinen Tod, oh Herr
verkünden wir, deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit."
Der bittere Tod am Kreuz des Karfreitags
verwandelt sich in das jubelnde Osteralleluja der Auferstehung - Zeichen
für unser eigenes Leben, da wir nach unserem Tod teilhaben dürfen
an der Auferstehung Jesu.
Das Thema unseres Pfarrbriefs ist zugleich
das Thema allen Christseins.
So fordert der Apostel Paulus uns auf:
„Legt den alten Menschen
ab, zieht den neuen Menschen an." (Eph 4,24) |