Er wollte seine Jünger und alle,
die auf ihre Botschaft hin an ihn glauben würden, nicht alleine zurücklassen.
Er wollte bei ihnen sein und bleiben.
Aber
wie sollte das möglich sein?
Menschen, die von uns gehen, bleiben unter
uns in ihren Worten, die wir im Gedächtnis haben, in ihren Taten,
die fortwirken, in Fotos, Aufzeichnungen, Gegenständen, die wir von
ihnen besitzen. Aber sie selbst entschwinden uns. Von Jahr zu Jahr, von
Generation zu Generation wird die Erinnerung schwächer und der Abstand
größer.
Anders bei Jesus. Denn er ist der für
uns gestorbene und^/on den Toten auferstandene Herr. Er ist in jeder Stunde
der Weltgeschichte und "unseres Lebens gegenwärtig. Er ist nicht tot,
sondern lebt.
Darum ist das Wort des" Evangeliums nicht
Erinnerung an Vergangenes, sondern Gegenwart Christi. Darum wirkt er durch
seinen Geist in der Kirche und in ihren Sakramenten. Darum ist das Vermächtnis,
das Jesus seinen Jüngern beim Abendmahl
hinterlassen hat, nicht bloß eine Erinnerungsfeier, sondern das Brot,
das wir bei der Eucharistie essen, ist sein Fleisch - das heißt er
selbst - und der Wein, den wir trinken, ist sein für uns vergossenes
Blut, das heißt wiederum: er selbst, der für uns in den Tod
und durch den Tod hindurch in das Leben bei Gott gegangen ist.
Durch die Worte, die der Priester bei der
Wandlung über das Brot: „Nehmet und esset alle davon: das ist mein
Leib, der für euch hingegeben wird", - und über den Kelch mit
Wein spricht: „Nehmet und trinket alle daraus: das ist der Kelch des neuen
und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für alle vergossen
wird zur Vergebung der Sünden", werden
Brot und Wein durch Gott selbst verwandelt. Sie behalten ihre Gestalt,
aber sie sind nicht mehr länger Nahrungsmittel, sondern setzen Christus
selbst tatsächlich und wirklich gegenwärtig.
jedesmal also, wenn wir im Glauben an das
Vermächtnis, das Christus beim Letzen Abendmahl gestiftet hat. die
heilige Messe feiern, schenkt uns der Vater durch das Wirken des Geistes,
das wir vor der Wandlung erbitten, die lebendige Gegenwart seines Sohnes
im Brot und im Wein. Diese Gegenwart ist so real, so wirklich, dass sie
diese Früchte der Erde und unserer Arbeit ganz und gar ergreift und
umwandelt, auch über die Feier der Eucharistie hinaus. Es ist eine
bleibende Gegenwart.
„Geheimnis
des Glaubens!" |