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Die Eucharistische Wandlung - Geheimnis unseres Glaubens 
von Pfarrer Hans-Josef Radermacher

 „Tut dies zu meinem Gedächtnis!"

Ein Mensch, der weiß, dass sein Leben zu Ende geht, macht sein Testament. Er 
hinterlässt denen, die zu ihm gehören und ihm nahe stehen, sein Vermächtnis. 
Das war auch die Situation beim Letzten Abendmahl. Jesus wusste, dass er ster- 
ben würde. Er war bereit, sein Leben für die Seinen zu geben. Und er wollte 
ihnen ein Vermächtnis hinterlassen. Nicht irdischen Besitz, den hatte er nicht, sondern sich selbst, seine bleibende und lebendige Gegenwart über den Tod hinaus.


Er wollte seine Jünger und alle, die auf ihre Botschaft hin an ihn glauben würden, nicht alleine zurücklassen. Er wollte bei ihnen sein und bleiben.

Aber wie sollte das möglich sein?

Menschen, die von uns gehen, bleiben unter uns in ihren Worten, die wir im Gedächtnis haben, in ihren Taten, die fortwirken, in Fotos, Aufzeichnungen, Gegenständen, die wir von ihnen besitzen. Aber sie selbst entschwinden uns. Von Jahr zu Jahr, von Generation zu Generation wird die Erinnerung schwächer und der Abstand größer.

Anders bei Jesus. Denn er ist der für uns gestorbene und^/on den Toten auferstandene Herr. Er ist in jeder Stunde der Weltgeschichte und "unseres Lebens gegenwärtig. Er ist nicht tot, sondern lebt. 
Darum ist das Wort des" Evangeliums nicht Erinnerung an Vergangenes, sondern Gegenwart Christi. Darum wirkt er durch seinen Geist in der Kirche und in ihren Sakramenten. Darum ist das Vermächtnis, 
das Jesus seinen Jüngern beim Abendmahl hinterlassen hat, nicht bloß eine Erinnerungsfeier, sondern das Brot, das wir bei der Eucharistie essen, ist sein Fleisch - das heißt er selbst - und der Wein, den wir trinken, ist sein für uns vergossenes Blut, das heißt wiederum: er selbst, der für uns in den Tod und durch den Tod hindurch in das Leben bei Gott gegangen ist.

Durch die Worte, die der Priester bei der Wandlung über das Brot: „Nehmet und esset alle davon: das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird", - und über den Kelch mit Wein spricht: „Nehmet und trinket alle daraus: das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für alle vergossen 
wird zur Vergebung der Sünden", werden Brot und Wein durch Gott selbst verwandelt. Sie behalten ihre Gestalt, aber sie sind nicht mehr länger Nahrungsmittel, sondern setzen Christus selbst tatsächlich und wirklich gegenwärtig.

jedesmal also, wenn wir im Glauben an das Vermächtnis, das Christus beim Letzen Abendmahl gestiftet hat. die heilige Messe feiern, schenkt uns der Vater durch das Wirken des Geistes, das wir vor der Wandlung erbitten, die lebendige Gegenwart seines Sohnes im Brot und im Wein. Diese Gegenwart ist so real, so wirklich, dass sie diese Früchte der Erde und unserer Arbeit ganz und gar ergreift und umwandelt, auch über die Feier der Eucharistie hinaus. Es ist eine bleibende Gegenwart. 

„Geheimnis des Glaubens!"

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