Manfred Melzer, Weihbischof
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Der
Bischof als Chefarzt
von
Joachim Frank
Es gibt Antritts- und Geschäftsbesuche,
Chefarzt- und Stippvisiten - und jedermann weiß sich darunter etwas
vorzustellen. Was aber passiert, wenn sich der Bischof zur „Visitation"
anmeldet? Es mag überraschen, wenn die Antwort mit einer Szene auf
dem Flughafen beginnt, die jeder Passagier schon erlebt hat: Die Sicherheits-
beamten bitten nach der Durchleuchtung des Gepäcks zur „Leibesvisitation".
Dabei kontrollieren sie, ob der Gast etwas bei sich hat, was die Ordnung
an Bord oder die Sicherheit des Fluges gefährden könnte. So ähnlich
ist es auch mit der Visitation, was vom lateinischen Wort „visitatio" (Besuch)
abgeleitet ist:
Der Bischof als der Letztverantwortliche
für die Seelsorge in den Pfarreien seines Bistums sieht dort persönlich
nach dem Rechten, erkundigt sich nach dem Leben in der Gemeinde, nach etwaigen
Beschwernissen oder gar Missständen, um sel-
bige abzustellen.
Wie vieles in der Kirche ist diese Praxis
uralte Tradition: Die ersten Zeugnisse für Visitationen stammen aus
der Mitte des 4. Jahrhunderts. Schon 380 wurden die Bischöfe auf der
Synode von Laodicea zum periodischen Besuch ihrer |