Durchbruch heißt: eine Wand, vor der ich stehe, zu durchbrechen, um die Weite dahinter zu erleben.
Ich glaube, dass viele von uns dieses Gefühl der Enge kennen und auf die Erfahrung der Weite hoffen.

Die Zukunft scheint manchem wie eine schwarze Wand und viele sehnen sich nach einem Durchbruch. Vieles ist zur Zeit ungewiss, ich denke da an die sozialen und gesellschaftlichen Umbrüche, aber auch an die konkreten Herausforderungen, vor denen wir als Gemeinde stehen: die Umsetzung der Sparmaßnahmen im Rahmen des Projektes „Zukunft heute“ und die Fusion mit den Gemeinden St Alban und St. Michael. Die Wahl eines gemeinsamen Pfarrgemeinderates im Oktober wird dazu ein erster Schritt sein.

Die Jünger des Karfreitags standen vor einer ähnlichen Situation. Jesus war gestorben und die Zukunft schien im Dunkeln zu liegen. Doch an Ostern feiern wir, dass in der Auferstehung den Jüngern und uns eine neue Hoffnung geschenkt wird. Die Geschichten der Bibel berichten uns davon, dass die Jünger Zeit brauchten, um dieses zu verstehen. Auf dem Weg nach Emmaus müssen die beiden Jünger eine ganze Strecke mit Jesus unterwegs sein, um den Auferstandenen im Brotbrechen zu erkennen.

Vierzig Tage lang erscheint Jesus seinen Jüngern, um sie mit der Wirklichkeit der Auferstehung und mit ihrem Auftrag vertraut zu machen, bevor er ihnen nach seiner Himmelfahrt nicht mehr in dieser Weise erscheint.


Durchbruch braucht Zeit


Trotz dieser langen Zeit mit Jesus finden wir die Jünger zehn Tage später wie sie immer noch auf den Geist Gottes warten. An diesem Pfingsttag werden sie so von der Kraft Gottes erfüllt,
dass sie hinausgehen,
Fenster und Türen öffnen
und der Welt Jesus Christus
als Auferstandenen verkünden.
Ich glaube, dass uns diese
Geschichte der österlichen
Tage dazu ermuntern kann,
wie die Jünger Vertrauen
auf Gott zu haben und auf
Gottes Geist zu warten
im Wissen, dass mancher
Durchbruch Zeit braucht.

 


Denn Durchbruch heißt nicht das blinde Zerschlagen von Mauern, sondern kann auch heißen, sich selbst Zeit zu geben und sich über das eigene Ziel und über die Kraft, die es dazu braucht, zu vergewissern. Als österliche Menschen können wir darauf vertrauen, dass Gott uns seinen Geist und seine Kraft geben will und dass er uns wie den Aposteln auch Zeit gibt, ihn zu erfahren und unsere Berufung zu erkennen.

So wünsche ich uns eine „heilige Gelassenheit“, eine Gelassenheit, die im Vertrauen auf eine gute Zukunft auch warten kann auf die Kraft des Geistes und die Einsicht in das, was zu tun ist, ohne ziellose Lethargie zu werden. Durchbruch braucht manchmal Zeit und Gewissheit. Vielleicht müssen wir uns mit solch einer heiligen Gelassenheit auch den Herausforderungen stellen, die uns als Gemeinde aufgegeben sind.

Gehen wir mit Vertrauen diese Aufgaben an.

 Pastor Andreas Brocke


 Last Update: Donnerstag, 17. März 2005 10:54 Wolfgarten

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