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Eltern reagieren häufig
ziemlich verstört, wenn der Sohn es schafft, sich zu
seiner Homosexualität zu bekennen. Auch das ist
Durchbruch, ist Leben, das sich verwirklicht. Bei allen
inhaltlichen Facetten geht es um eine sehr vitale
grundsätzliche Aussage: um die Überwindung von
Widerständen und darum, dem Wollen Raum zu verschaffen.
Sei es, dass der Körper eine Entzündung loswerden oder
eine Entwicklung vorantreiben will und durch eine
grandiose Selbststeuerung alle inneren Kräfte
mobilisiert.
Sei es, dass Menschen eine Aufgabe ins Visier nehmen und
sich dafür wappnen: mit Mut, Durchhaltevermögen und
Vertrauen - und klugerweise mit dem Wissen um die
Gegenspieler: die Angst, die ihnen zuflüstert, das
Risiko der Ausgrenzung nicht einzugehen. Die Gefühle der
Ohnmacht, der Kränkung, der Resignation.
Mir fiel zum Wort "Durchbruch" als erstes das Bild
aufbrechender, sich öffnender Keime und Knospen und
konkret mein kleines Kressebeet in der Küche ein. Ein
wenig Watte, Samenkörner, Feuchtigkeit, Warten. Das
Wunder des Werdens braucht für die zarten grünen Triebe
nicht mehr als 2 Tage!
Ein chinesisches Sprichwort
sagt: "Ich bat den Mandelbaum, mir von Gott zu erzählen,
da fing er an zu blühen." Es muss kein Mandelbaum sein,
die Aussage stimmt nicht minder, wenn ich an meine
Kresse denke. Denn auch hier zeigt sich ganz
faszinierend die Dynamik des Lebens und der Zauber der
Wandlung.
Und es ist schön, nicht selbst "machen" zu müssen. Mein
filigraner Vitaminspender wächst ganz von allein.
Jenseits aller Durchbrüche, die wir Menschen für uns
oder für andere mit viel Energieaufwand anpeilen, gibt
es noch diese andere, die göttliche Dimension. Die
Aufforderung, sich dem Fluss des Lebens anzuvertrauen,
wachsen zu lassen, Sein zu lassen. Nicht nur, wenn es um
Kresse geht.
Isolde Rexa |
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Traum
Im
Dunkel
der Nacht
rankt sich
die Sehnsucht
am
Nichts
empor
wächst
ins
Unendliche
und
blüht
und
reift
und
sprengt
das
Grau
Andrea
Schwarz |
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