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„Folge deinem eigenen Stern“
mit diesem Slogan
macht der Automobilhersteller mit dem Stern
Werbung für eines seiner Modelle. In der Tat
scheint es doch eine große Verlockung zu sein,
meinen eigenen Stern zu haben, dem ich folgen
kann, in dem er immer vor mir her fährt. Ich
habe das Lenkrad in der Hand und bestimme so den
Weg letztlich selber. Der Stern des Autos folgt
mir und dann ich ihm. Also ich folge dem, dessen
Weg ich selber vorgebe und das Ganze noch mit
einem gewissen Komfort. |
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Anders ist es da mit
den drei Weisen aus dem Morgenland. Der Stern,
dem sie folgen, ist nicht ihr eigener Stern,
sondern der eines anderen. Sie begreifen, dass
dieser Stern etwas ganz Besonderes ist und dass
er eine Bedeutung für sie hat. Der Stern, der
hell in der Nacht leuchtet, wird dadurch „ihr
eigener Stern“, den sie spüren: Dieser Stern
führt uns zu einem König, der für uns wichtig
ist und der das Schicksal der Welt verändern
wird. Also nicht Autonomie ist die Devise der
drei Sterndeuter, sondern die Erfüllung ihrer
Sehnsucht in dem König, zu dem der Stern sie
leiten will. |
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In den drei Heiligen Königen
begegnen uns Menschen die spüren, dass nicht alles im
Leben von ihnen selber abhängt, sondern von einem
anderen. Sie aber müssen es wagen, dem Stern zu folgen,
aufzubrechen und die Führung dem Stern überlassen,
dessen Weg sie nicht in der Hand haben. Ein Wagnis und
gleichzeitig eine Entlastung. Denn alles immer selber in
der Hand haben zu müssen, ist eine Überforderung unseres
Menschseins. Wer immer alles in der Hand haben muss und
sich nie auf etwas anderes als auf sich selbst verlässt,
wird irgendwann am Ende seiner Kräfte sein oder an sich
selbst verzweifeln. Es ist eine große Entlastung auch
anderen vertrauen zu können. Es geht dabei nicht um
blinden Gehorsam, denn dieser hat schon oft genug
Menschen und Völker ins Unglück gestürzt, sondern um
Vertrauen, ohne mein eigenes Denken abzuschalten, weil
ich weiß und spüre auf wen ich mich verlassen kann. |
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Die drei Sterndeuter waren darüber hinaus sehr
kluge Beobachter, sonst hätten sie den Stern
nicht wahrnehmen können. Sie haben genau
hingeschaut und sind dem Stern gefolgt, der
ihnen heller erschien als alle anderen. Sie
gingen dem Stern hinterher, den sie als
Wichtigen und Wegweisenden erkannt haben. Sie
haben für sich entschieden, für was es sich
lohnt aufzubrechen und haben dann damit ernst
gemacht. Ich glaube, dass es wesentlich für uns
Menschen ist, sich über eigene Werte und
Überzeugungen klar zu werden und ihnen dann zu
folgen. Sich zu eigenen Werten zu bekennen und
den Ein-sichten Konsequenzen folgen zu lassen
ist wichtig, wenn Leben und Zusammenleben
gelingen soll. |
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Die Weisen aus dem Morgenland huldigen dem Kind
zu dem der Stern sie führt. In dem kleinen Kind
von Bethlehem begegnet ihnen Christus, der König
der Welt. Dies ist die Botschaft unseres
Glaubens. Im kleinen Kind ist der große Gott
erschienen, dem wir unser Leben anvertrauen
sollen. Im Unscheinbaren und Kleinen ist Gottes
Gegenwart nicht immer leicht für uns. Die
Erzählung vom Stern über Bethlehem möchte uns
Mut machen, es den Weisen aus dem Morgenland
gleich zu tun. Hinzuschauen und aufmerksam zu
sein und dann auch den Mut zu haben, dem, was
ich als richtig und wichtig erkannt habe,
Konsequenzen folgen zu lassen. Im Kleinen und
Unscheinbaren Gott zu erkennen. |
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Im nächsten Jahr
werden viele hunderttausende Jugendliche aus
aller Welt zum Weltjugendtag hier nach Köln
kommen. Unter dem Leitwort aus der
Dreikönigsgeschichte „Wir sind gekommen um Ihn
anzubeten“ werden sie sich hier treffen, um
gemeinsam zu beten, sich mit ihrem Glauben
auseinanderzusetzen und die Gemeinschaft der
Kirche zu erleben. Wie die Weisen aus dem
Morgenland werden sie sich aufmachen, weil sie
spüren, dass in Jesus Christus etwas Bedeutendes
für ihr eigenes Leben steckt. Ich wünsche uns,
dass der Weltjugendtag im nächsten Jahr uns ein
wenig anstecken wird mit der Begeisterung für
Christus und die Gemeinschaft der Christen.
Pastor Andreas Brocke. |
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