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„Warum, warum, warum, o Herr,
so frage ich dich bange, warum währt die Nacht so lange,
so lange, so lange, so lange für mich?“
Das Lied „Die Nacht“ (la nuit) des französischen
Jesuitenpaters Aimé Duval - bekannt durch die
Schallplatten seiner vielen religiösen Chansons - hat er
gewidmet:
„Allen, die nicht schlafen können oder dürfen, weil sie
an ihrem Arbeitsplatz sind. In ihren schlaflosen Nächten
wird ihnen Gott begegnen als Freund, denn er hat alles
mit uns geteilt: Die Weihnacht, die Nacht am Ölberg, die
Nacht des Karfreitags und die Auferstehung.“
Und dieses Lied kam mir in den Sinn, wenn ich nach
meiner Operation oft schlaflose Nächte durchlebt habe.
Es ist merkwürdig: man schaut auf die Uhr - immer wieder
- und erwartet jedes Mal, es sei eine Stunde später
geworden, aber dann ist es in Wirklichkeit nur eine
Viertelstunde - so lang, so lang, mein Gott!
Dann endlich kommt der
erste Lichtstrahl durchs Fenster - es wird doch Morgen,
ein neuer Tag!
Einmal in solch endlos erscheinender Nacht kam mir der
Gedanke: Das ist ein Bild für den Advent. Tausende Jahre
haben die Menschen gewartet und gerufen: |
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"O komm, o komm, Emanuel, nach dir
sehnt sich dein Israel.“
Und dann, als die Zeit erfüllt war, kam die
Heilige Nacht. „Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein
helles Licht, über denen, die im Land der Finsternis
wohnen, strahlt ein Licht auf“ (Jes.
9, 1-6).
Eine endlos erscheinende Nacht soll es in unserem Leben
niemals geben. Denn wenn wir das Kind in der Krippe von
Bethlehem bei uns einlassen, lässt es uns nie allein.
„Seid
gewiss. Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der
Welt“
- so hat es uns Jesus versprochen. (Mt 28,20)
In „der Nacht der Selbstentäußerung Gottes“
1 sollen wir,
so fordert es der Apostel Paulus,
„den alten Menschen ablegen und den neuen Menschen
anziehen, der nach dem Bild Gottes erschaffen ist.“ (Eph
4,24)
Wenn wir uns in der Heiligen Nacht für ihre Botschaft
öffnen, dann gilt uns "die große Freude“,
die allen Menschen zuteil werden soll. Marion Th.
Lang
1
Reinhold Stecher: „Die leisen
Seiten der Weihnacht“ |
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