„Ich
stehe vor der Tür
und
klopfe an.
Wer
meine Stimme
hört
und
die
Tür öffnet,
bei
dem werde
ich
eintreten."
(Offenbarung
3,20) |
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Thema:
„Refugee go home - he would if he could"
-
von Claudia Nothelle (berichtet zeitweise für ARD aus Pakistan)
-
„Flüchtling, geh nach Hause - er würde, wenn er nur könnte!"
Dieses Plakat der Vereinten Nationen habe
ich vor wenigen Wochen in Islamabad gesehen. Und es hat mich sehr nachdenklich
gemacht.
Drei Millionen afghanische Flüchtlinge
leben schon jetzt in Pakistan. Und viele weitere - bisher ungezählte
- würden gern kommen, wenn sie nur könnten. Zigtausende Afghanen
irren im eigenen Land umher auf der Suche nach einem sicheren Dach über
dem Kopf. Der Winter bricht über sie herein. Die Grenzen sind zu -
ihre Flucht hat kein Ziel. So sind sie auf der Flucht im eigenen Land.
Go
home? Heimsuchung?
Mitten in Kabul sitzen (zumindest Anfang
November, während ich diese Zeilen schreibe) immer noch acht Mitarbeiter
der christlichen Hilfsorganisation
„shelter now" im Gefängnis. Der Organisation,
die schon in ihrem Namen ausdrückt, was sie eigentlich möchte:
ein Obdach schaffen, Zuflucht bieten. Damit sind sie in Afghanistan gescheitert.
Christliches Gedankengut oder gar Missionsversuche stoßen bei den
herrschenden Taliban auf Unverständnis und Widerstand.
Heimsuchung?
Go home? They would if they could -
sie würden, wenn sie könnten.
Die
Anbetung
der
Weisen,
Albrecht Dürer 1511 |
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Im Nachbarland Pakistan finden einige Terroristen
ein Dach über dem Kopf.
Pakistan hat viele der Taliban - was ja
eigentlich nichts anderes als Koranschüler heißt - ausgebildet.
Manche, aber bei weitem nicht alle, denken fundamentalistisch. Sie fassen
die Bomben als Bomben gegen ihre Religion auf und wollen dem bedrohten
Nachbarn beistehen. Die radikalen Moslems benutzen den alten Slogan aus
den Zeiten des Vietnamkriegs:
Ami
go home!
In Pakistan gibt es „Städte ohne
Frauen". Zumindest dem Straßenbild nach zu urteilen, das die Männer
beherrschen. Für die Frauen bleibt der Platz im Haus.
Dort ist ihr Reich. Heimsuchung? Mir als
Europäerin fällt es zunächst schwer.
Das Land ist faszinierend, aber fremd.
Genauso geht es wahrscheinlich auch den Pakistanern mit uns: wir kommen
aus einer anderen Welt.
Go
home?
Ich bin gerne dort, sammle neue Eindrücke,
genieße die Gastfreundschaft, verfolge das Weltgeschehen aus einem
anderen Blickwinkel.
Go
home - wohin?
Zurück in Deutschland fühle
ich mich zumindest zeitweise fremd. Natürlich ist das mein Zuhause:
Sprache, Essen, Kultur und vor allem natürlich Familie und Freunde.
Wohlvertraute Umgebung. Ein schönes Gefühl. Aber trotzdem: die
ehemals wohlvertrauten Denkmuster erscheinen mir nicht mehr ganz so logisch.
Ich bin nachdenklicher geworden.
Wie
hieß das noch bei Heinrich Böll:
„...
weil wir uns auf dieser Erde nie ganz zu Hause fühlen".
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