PFARRBRIEF ST. GEREON     Weihnachten 2001
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Heim-gesucht

 

„Ich stehe vor der Tür und 
klopfe an. 
Wer meine Stimme 
hört und 
die Tür öffnet, 
bei dem werde 
ich eintreten." 

(Offenbarung 3,20)

My home is my castle 
wo sich unsere neu gewählten Pfarrgemeinderatsmitglieder daheim am wohlsten fühlen 
Aufgezeichnet von Joachim Frank


In meiner Wohnung lebe ich seit acht Jahren und hänge sehr daran. Wenn ich da mal `raus müsste, wäre ich bestimmt sehr traurig. Am liebsten sitze ich in meiner schmalen, in einem erfrischenden Grün gestrichenen Küche an einem kleinen Zwei-Personen-Klapptisch, den mein Freund gebaut hat. Von dort habe ich den Innenhof mit einem großen Baum im Blick, die Dachterrasse eines Hotels und ein Stück Himmel. Beim Telefonieren mit meinem Freund oder der Familie greife ich gern mal nach einem Joghurt im Kühlschrank neben mir. 

Um mich herum habe ich allerlei Urlaubsmitbringsel arrangiert, die mich an viele nette Menschen denken lassen: Postkarten am Küchenschrank, ein Gabel-Mobile aus Afrika, Weinflaschen von meinem 18. Geburtstag. 

Auf den Küchenfliesen sind Hühner abgebildet, und in eine Keramik-Milchkanne habe ich Kornähren gesteckt, was mich an einen Österreich-Urlaub erinnert und ein Stück Naturverbundenheit zum Ausdruck bringt. 

Anja Betz 


Wo ich mich am liebsten aufhalte, das hängt ganz von der Jahreszeit ab und von dem, womit ich gerade beschäftigt bin. 

Im Sommer, bei schönem Wetter, sitze ich sehr gerne an einem kleinen Teich in unserem Garten. Die Fische füttern, das ist etwas ganz Entspannendes. Wenn das Wetter schlecht ist oder die Temperaturen im Winter zu kühl sind, dann kann ich Garten und Teich auch gut von unserem Wohnzimmertisch aus sehen, der in einem Wintergarten steht - eine Wand des Wohnzimmers ist aus Glas. 

Da sind „drinnen" und „draußen" dasselbe. An diesem Tisch - einem runden, den wir extra gekauft haben, damit viele Leute dran passen - spielt sich auch viel ab in gemütlicher Runde, mit Freunden. Wenn ich etwas Interessantes zu arbeiten habe, sitze ich aber genau so gerne am Schreibtisch. 

Helga Bresgen


Am liebsten sitze ich im Wohnzimmer auf einem Ecksofa mit Blick in den Garten. Wenn dies bei einem guten Getränk (16.00 Uhr Tee) zusammen mit meiner Frau oder beim Lesen eines guten auch spannenden Buchs möglich ist, dann fühle ich mich wohl. Gesteigert wird dieses Wohlgefühl, wenn unsere Tochter nebst 3-jährigem Enkel aus Berlin zu Besuch ist und - wenn auch zeitlich befristet - an unserem Leben in Köln teilnehmen kann. 
Manfred Golombek 

Früher, da war meine Lieblingsecke mehr oder weniger der Platz vor dem Fernseher. Meine Frau war damals berufstätig. So habe ich - mittags allein und abends mit unserem Sohn Benedikt - oft da gesessen und auch gegessen. Heute dagegen machen wir es uns am liebsten mit der ganzen Familie in der Küche gemütlich. Nach der Geburt unserer Tochter Elisabeth vor anderthalb Jahren haben wir eine neue Küche bekommen, in der wir uns eine besondere Ecke eingerichtet haben - mit einem Tisch und vier Stühlen, Freischwingern.

An der Wand hängen Fotos mit Gemüse drauf, und oben auf dem Fensterbrett stehen Blumen. Hier frühstücken wir zusammen, essen zu Mittag und auch zu Abend. Das ist viel kommunikativer, wir erzählen viel, und der Fernseher bleibt aus. 

Michael Grube 


Wir wohnen erst seit einem knappen Jahr in unserer Kölner Wohnung. Da gibt es noch nicht so etwas „Alteingesessenes". Aber ein Winkel ist mir schon damals bei der Besichtigung aufgefallen. Durchs Fenster in der Küche und im Wohnzimmer haben wir den Blick auf die Domtürme. Das finde ich toll: Ich wollte so gerne nach Köln, und jetzt habe ich obendrein auch noch Dom-Sicht! Inzwischen hat es sich schon richtig eingespielt, dass ich abends in meiner Lieblingskuschelecke auf dem Sofa sitze, eingemummelt und mit einer großen Tasse Tee.

Wenn dann der Dom in den abendlichen Nebelschwaden liegt, ist das ein Traumbild. Es gibt Gelegenheit, die Gedanken schweifen zu lassen, sich richtig wohl zu fühlen und es sich gut gehen zu lassen. 

Wenn ich heute einen meiner Lieblingskarnevalsschlager höre - Kölle, du ming Stadt am Rhing -, in dem es heißt, „den Blick op dr Dom, den kann uns keiner nämme" - dann muss ich immer schmunzeln, weil mir das so aus der Seele spricht. 

Tanja Otten


Eigentlich fühle ich mich ja in der ganzen Wohnung wohl, und seitdem unser Sohn Gabriel sie als einen einzigen großen Spielplatz für sich entdeckt, gibt es überall Ecken, wo man sich hinkauern kann. Um also darauf zu kommen, welches denn meine Lieblingsecke sein könnte, habe ich mich deshalb erst einmal gefragt, „was finde ich gemütlich?". Die Antwort: Mit Freunden zusammen sitzen und Tee trinken, essen mit der Familie... 

Also ist der Esstisch in unserem großen Wohn-Ess-Raum als Lieblingsplatz herausgekommen - als der zentrale Ort in der Wohnung, wo Gastfreundschaft gepflegt wird, wo die Familie zusammen kommt. 

Ruth-Miriam Rampini 


Eine der nettesten Ecken ist in meinem Zimmer, wo ich an der Wand vieles Dinge aufgehängt habe, was mich an einen Frankreich-Aufenthalt erinnert. Ich habe in Lille anderthalb Jahre in einer „Arche" gelebt, einer Gemeinschaft von Behinderten und Nicht-Behinderten. Natürlich sind etliche Fotos dabei, dann ein selbstgebastelter immerwährender Kalender, den ich zum Schluss meiner Zeit in Lille geschenkt bekommen habe, und ein Kreuz, das in einer Behinderten-Werkstatt gestaltet worden ist. 

Dann ist da noch ein Stück schwarzes Holz, auf dem das französische Wort „confiance" (Vertrauen) steht. Wenn ich auf all diese Dinge schaue, denke ich an die schöne und prägende Zeit zurück. Ich denke an die Freunde in Lille, die ich ein bis zwei Mal im Jahr besuche. 

Martin Wachsmuth 


Mein Lieblingsplatz ist ein alter Korbstuhl, von einer britischen Fähre, den ich mir oft so ins Wohnzimmer stelle, dass ich aus dem Fenster auf St. Gereon schauen kann. Ich liebe diesen Platz besonders im Sommer, bei geöffnetem Fenster, abends, wenn die Kirche angestrahlt ist. 
 
 

Georg Wahl


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