| PFARRBRIEF ST. GEREON Weihnachten 2001 |
„Ich
stehe vor der Tür
(Offenbarung 3,20) |
„Gedenke meiner, oh Herr, nach der Huld, die du hast für dein Volk, mit deiner Hilfe suche mich heim." (Psalm 106,4) So übersetzt Guardini die Worte des Psalmisten. „Bring mir Hilfe und suche mich auf." So heißt es in der Einheitsübersetzung. An vielen Stellen findet sich im Ersten Testament das Wort „Heimsuchung" für Gottes Wirken in seinen Auserwählten, während die späteren Übersetzer das Gemeinte anders formulierten. „Gott wird euch heimsuchen und in dieses Land hinaufführen, in das Land das er Abraham verheißen hat." (Gen 50,24) Heute liest man:
„Gott wird sich euer annehmen."
Die Übersetzungen der Bibel unterscheiden
sich natürlich immer voneinander.
Die Geschichte des Heils wird in der Hl. Schrift immer als Heimsuchung dargestellt, die dem auserwählten Volk zuteil wird - deutlich in der bewegenden Erzählung, da Gott Abraham im wörtlichen Sinn in seinem Zelt „heimsucht" in Gestalt von drei Männern und bei ihm und Sara zu Gast ist. (Gen 18,1) Das Erste Testament ist erfüllt von
Jahwe, der sein Volk beschützt und liebt.
„Am
Tag der Heimsuchung werden die Gerechten erstrahlen
„Beim Endgericht" - heißt es in der Einheitsübersetzung. Diese Verheißung sollte sich erfüllen im Erscheinen Jesu. Im Stall von Bethlehem ist Gottes Liebe in die Gottferne und Gottsuche der Menschen aller Völker und Zeiten eingebrochen. Wer bereit ist, sich zu öffnen und davon heimsuchen zu lassen, feiert die Wirklichkeit der Weihnacht für sein eigenes Leben. „Macht
hoch die Tür, die Tor macht weit" -
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