PFARRBRIEF ST. GEREON     Herbst 2001
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Danken

Ich will
Dir danken
aus ganzem Herzen,
verkünden will ich all Deine Wunder.

Psalm 9,2

Die Eucharistiefeier -
Im Zentrum des Glaubens - das Danken
von Karl-Josef Daverkausen

„Efcharistó" - Wer schon einmal in Griechenland war, kennt dieses Wort für „danke". Wenn wir die heilige Messe „Eucharistie" nennen, drücken wir damit aus, was dort geschieht:  Eucharistie ist Feier der Dankbarkeit.

Seit vielen Jahrhunderten beginnen die meisten unserer Präfationen mit dieser Einleitung:
„In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger ewiger Gott, immer und überall zu danken."
Die altchristliche Überlieferung greift damit die jüdische Tradition auf:
„Wer Danksagung als Opfer darbringt, verehrt mich" (PS. 50,23).

Danken schließt mehr ein als ein konventionelles sich bedanken. Man bedankt sich 
für eine bestimmte Sache. Danken ist jedoch ein viel weiterer Begriff. Im Lateinischen steht dafür: gratias agere. 
Das bedeutet nicht: „Dank sagen", sondern wörtlich: „Dank tun", Dank bringen. 
Und das „immer und überall".

Dankbarkeit kann umschrieben werden mit „bejahte Abhängigkeit" eine Abhängigkeit, die ich bejahe. Alles, was ich habe oder bin, habe ich irgendwie empfangen: die Sprache, die ich spreche; das Haus, das ich bewohne; die Freiheit; die ich genieße; mein Denken, mein Glaube - alles das kommt von anderen auf mich. 
Dankbarkeit ist die Anerkennung, dass ich nicht selbst der Ursprung meines eigenen Seins bin und alles dessen, was ich brauche.
Weil Dank die nach Wesen und Rang erste Lebensäußerung des Geschöpfes ist,
welches begriffen hat, dass es aus der Liebe lebt; weil Dank also einfach Wiederlieben ist, darum hat Jesus selber die Gedächtnisfeier der geschehenen Erlösung als Eucharistie zur Mitte unseres erlösten Lebens gemacht. 
„Tut dies zu meinem Gedächtnis!" 
Hier ist das Herz, das Eigentliche unserer Liturgie und unseres Gebetes.
So danken wir in der Messe für Jesus Christus als die Gabe Gottes an uns Menschen. Wir danken für seine konsequente Liebe bis zum Kreuz. Diese Hingabe für das Leben der Welt bleibt gegenwärtig unter den eucharistischen Zeichen von Brot und Wein und mündet in den Dankesjubel über den Sieg des Auferstandenen.
Jesus betont in den Evangelien immer wieder: Mein Leben ist ein einziger Dank an den Vater, ist Verherrlichung Gottes. So wünscht er auch, dass unser Dank für ihn an den Vater gerichtet wird. Wir bleiben also nicht bei Christus stehen, sondern schließen uns in der Messe mit unserem Dank seiner großen, umfassenden Danksagung an: „Durch ihn und mit ihm und in ihm ist dir Gott, allmächtiger Vater in der Einheit des Heiligen Geistes alle Herrlichkeit und Ehre".

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