| PFARRBRIEF ST. GEREON Herbst 2001 |
Ich will
Psalm 9,2 |
Bei uns waren immer ca. 20 Leute notwendig, um die Ernte zu bergen. Dann kam der Mähdrescher und es wurden immer weniger Menschen gebraucht, um die Ernte einzufahren. Heute sind es, obwohl die Fläche mehr als doppelt so groß ist, nur noch zwei! Die körperliche Arbeit ist fast ganz in den Hintergrund getreten. Mähdrescher mit klimatisierten Kabinen und hoher Flächenleistung erledigen die Arbeit in kürzester Zeit. Während früher in den Monaten Juli und August das Wetter darüber entschied, ob genug Korn für das Brot und Futter für das Vieh gewonnen werden konnte, bezahlt heute die EG fast die Hälfte des Einkommens der Bauern. Es scheint so, als würden wir nicht mehr gebraucht. Wir in Europa können überall auf der Welt Getreide bzw. Lebensmittel kaufen. Es ging ja soweit, dass auf dem Höhepunkt der BSE-Hysterie Rindfleisch aus Botswana eingeführt wurde! Ist es also überflüssig geworden, für eine gute Ernte zu danken? Viele unserer Mitmenschen haben ja den Bezug zum Danken verloren. Wie viele Menschen - Christen - sprechen heute noch nach dem Essen ein Dankgebet? Alles ist selbstverständlich vorhanden,
ein Mangel ist jedenfalls bei uns nicht sichtbar.
Warum also danken? Wer als Bauer das Wachstum
der Pflanzen und Tiere über das Jahr hin beobachtet und begleitet,
stellt ganz schnell fest, dass nur ein Teil des Erfolges auf eigenen Leistungen
beruht, der andere aber durch äußere Einflüsse bedingt
wird, wie Wetter usw., uns also geschenkt wird.
|
| Startseite | Pfarrbriefe-Übersicht | nächstes
Thema |