PFARRBRIEF ST. GEREON     Herbst 2001
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Danken

Ich will
Dir danken
aus ganzem Herzen,
verkünden will ich all Deine Wunder.

Psalm 9,2

"Danke"
von Christa Stehmans

Wenn ich mich an meine Kindheit erinnere, war Dankbarkeit eine Forderung unter

den Menschen.
„Sag danke!“
„Ich hab alles für dich getan, warum bist du so undankbar?“

Damit war Dankbarkeit ein enges Gehäuse.
Ich sollte dankbar sein für etwas, was ich vielleicht gar nicht haben wollte. 
Dieses Danken macht unfrei.
Danken, das frei macht, beflügelt, hat für mich mit einer weiteren Lebensschau zu tun.
Das ganze Leben ist Dankbarkeit, weil alles ein Geschenk ist: 
das Leben, die Sonne,
die Fähigkeiten, die Freunde, ein Gespräch. 
So dankbar zu sein heißt, ich nehme etwas wahr und freue mich darüber. 
Der Umgang in meiner Kindheit mit der  Dankbarkeit hat eines vor allem bewirkt, dass ich keine Dankbarkeit erwarte, dass sie mir vielleicht sogar unangenehm ist.
Was ich mir unter unseren heutigen Umständen wünsche, dass Menschen das Lebensgeschenk mehr wahrnehmen und sich darüber freuen können.
 

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