Der Kölner
Stadtanzeiger berichtet in seiner Ausgabe vom Mittwoch, 28.
April
2010
Wüste Schlägerei vor St. Gereon
Konflikt um Immunität - Wem gehört der Gereonsdriesch?
Streitschrift aus dem Jahre 1646 entdeckt
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Die Karte des ausgedehnten Grundbesitzes von
St. Gereon innerhalb der
Stadtmauern wurde ebenfalls 1646
angefertigt - als Argumentationshilfe für die Streitschrift.
Vor der Kirche ist der Gereonsdriesch als Besitz des Stiftes
eingezeichnet.

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Passanten reiben sich verwundert die Augen -
auf dem
Gereonsdriesch ist eine handfeste Schlägerei im Gange. |
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Beteiligt
sind aber nicht, wie sonst üblich,
stadtbekannte Rauf- und Trunkenbolde,
Kleinkriminelle und Müßiggänger, sondern
Soldaten und Polizisten, die mit ihren
Hellebarden auf die Kanoniker von St. Gereon
einprügeln. Die allerdings mischen tüchtig
mit - und der Scholaster Robert von
Hillebring benutzt gar das Kreuz, das den
Kanonikern vorangetragen worden ist, als
Waffe, die er wie ein Schwert kreisen lässt.
Als er aus
dem Kampfgetümmel heraus dem Notar des
Stifts zuruft, die Exkommunikation zu
protokollieren, gibt es großes Gelächter
unter den städtischen Ordnungshütern, groben
Gesellen, denen es offensichtlich Spaß
macht, den geistlichen Herren den Hintern zu
versohlen. Sie drängen den Scholaster
schließlich gegen eine Mauer. „Laut
protestierend", so ein Berichterstatter,
„zogen die Stiftsherren ab."
Platz mit Tränke
Die
Schlägerei am 2. Januar anno 1646 war das
Tagesgespräch in der freien Reichsstadt
Köln. Hintergrund des ungewöhnlichen
Zusammenstoßes bildete ein damals schon
lange währender Streit zwischen der Stadt
und dem Stift St. Gereon um den
Gereonsdriesch. Nach Ansicht der Kanoniker
gehörte der Platz zur „Immunität" (oder der
„Freiheit") ihres Stifts, ein Anspruch,
welchen der Kölner Rat mit großer
Beharrlichkeit nicht anerkannte.
Auf dem
Driesch (was so viel bedeutet wie Brachland,
oft als Weide genutzt) befand sich eine
Tränke, die durch einen Kanal vom
Stiftsgelände her gespeist wurde, über den
Kanal führte ein Weg. Als der Kanal
schadhaft wurde, schickte die Stadt
Arbeiter, die die Ausbesserung vornehmen und
gleichzeitig demonstrieren sollten, dass es
sich um öffentliches Gelände handelte.
Vergeblicher Protest
Die
Stiftsherren protestierten vergeblich - und
sprachen schließlich die Exkommunikation
gegen die Arbeiter und ihre Auftraggeber
aus. Das war der Zeitpunkt, als die „weisen
und ehrsamen Herren" des Rats den Einsatz
bewaffneter Kräfte anordneten. Büttel im
Dienst der Obrigkeit rissen dann auch eine
Mauer nieder, die den Driesch von der
Gereonstraße abschloss.
Als
Reaktion auf die städtische Gewalttat
verfasste Hillebring eine heftig anklagende
Schrift, in der penibel Privilegien und
Besitzstände des Stifts aufgelistet waren.
Der Rat wiederum ließ die Schrift
beschlagnahmen - und zum Zeichen der
Nichtachtung unter einem Galgen verbrennen.
Ein
Exemplar der Streitschrift (von der nur ganz
wenige Ausgaben erhalten sind) ist in diesen
Tagen wieder aufgetaucht. „Als wir unsere
Sakristei leer räumten, fanden wir das Heft,
versteckt zwischen liturgischer Literatur",
erzählt Andreas Brocke, Pfarrer an St.
Gereon.
Im
Historischen Archiv des Erzbistums Köln hat
der Fund große Freude ausgelöst. „Die
Schrift ist ein einzigartiges Dokument",
sagt Archivar Joachim Oepen, „sie belegt
nicht zuletzt die Bestrebungen der Kölner
Stifte und Klöster, den Bestand ihrer
Immunitäten nach Möglichkeit zu wahren. "Auf
dem Titelbild der Streitschrift sind die hl.
Helena (l.) sowie Gereon und die Märtyrer
der Thebäischen Legion (über der Kirche)
abgebildet.
Für die Obrigkeit waren die zahlreichen
Immunitäten im Stadtgebiet ein rotes Tuch:
Stifte und Klöster hatten ihre eigene
Gerichtsbarkeit, sie waren sozusagen
„exterritorial", kein städtischer
Bediensteter durfte ihre Grundstücke
betreten. Die geistlichen Gemeinschaften
waren nicht steuerpflichtig, sie durften
zollfrei Wein und Getreide von ihren
ausgedehnten Besitzungen außerhalb Kölns
einführen, sie verdienten Geld mit dem
Ausschank eigenen Weins, sie deckten nicht
selten Schiebungen Kölner Händler, die die
Zollfreiheit des Stiftweins ausnutzten — und
sie beschäftigten „Schwarzarbeiter", vor
allem Schuster und Schneider, die ebenfalls
keine Steuern zahlten.
St. Gereon
war im Mittelalter und in der frühen Neuzeit
nach dem Dom das vornehmste Stift in Köln,
neben den Domkapiteln von Köln und Straßburg
das einzige männliche Adelsstift am Rhein.
Das heißt: Mitglied im Stiftskapitel durften
nur Angehörige des Adels werden.
Adelige
Tradition
Die
Stiftsherren waren daher von ihrem Vorrang
tief durchdrungen und beriefen sich auf die
vermeintliche Stiftsgründerin Helena, die
Mutter Kaiser Konstantins, und die adelige
Tradition seit der Merowingerzeit, als St.
Gereon Hofkirche fränkischer Könige war.
Auch im Verhältnis zur Stadt gab man sich
selbstbewusst, und so kam es immer wieder zu
Auseinandersetzungen
um Steuer-
und Zollfreiheit- und um die Immunität.
Ein
Höhepunkt war zweifellos die Schlägerei auf
dem Gereonsdriesch; ein Streit um den Platz
sollte sich bis 1786 hinziehen, dann
verzichtete das Stift auf die Rechte.
Die
Vorgänge des Jahres 1646 haben für Andreas
Brocke, den heutigen Pfarrer, Parallelen zur
Gegenwart. Auch heute gibt es ja Krach
zwischen St. Gereon und der Stadt — bislang
allerdings ohne Tätlichkeiten. Es geht um
die Pläne der Frankonia Eurobau zur
Neugestaltung des Gerling-Areals, die nach
Auffassung einer Bürgerinitiative das
direkte Umfeld von St. Gereon „massiv"
gefährdeten.
Was
Brocke ziemlich stört
„Das
Gerling-Areal ist schließlich Teil des
Gereonsviertel - und nicht umgekehrt."
Zudem versteht er nicht, dass die Stadt sich
nicht an das Höhenkonzept hält, das sie
selbst beschlossen hat. „Die geplanten Höhen
der Bauten auf der Christophstraße sind mit
der stadtbildprägenden Wirkung des Dekagons
unserer Kirche unverträglich - St. Gereon
als ein einzigartiges Bauwerk verlangt eine
respektvolle Nachbarbebauung."
Einen
Unterschied zu 1644 hebt Brocke indessen
hervor: „Damals haben die Kanoniker nur
ihre Interessen vertreten — heute
vertreten wir unsere, damit aber auch die
Interessen der Bürger des Viertels, während
die Stadt einzig die Interessen des
Investors wahrnimmt."
(...mehr) Archive NRW - Bestände
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St.
Gereon: Erzbischof enttäuscht über Stadtrat |
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PEK (100324) – Der Kölner
Erzbischof Joachim Kardinal Meisner zeigt sich
enttäuscht über den gestrigen Beschluss des Kölner
Rates zum Bebauungsplan für das Gerling-Quartier.
Wörtlich erklärt er: „Mit dem 2007 beschlossenen
Höhenkonzept als Richtschnur der Bauleitplanung
sollte die optische Präsenz des Doms und unserer
romanischen Kirchen in der Innenstadt gesichert
werden.
Baumassen wie vor St. Peter, gegenüber St. Maria im
Kapitol und östlich von St. Gereon sollten doch in
Zukunft vermieden werden. Warum werden denn die
Spielräume, die das Konzept bietet, immer nur
negativ gegen das kulturelle Kölner Erbe
ausgenutzt?“ |
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Nicht nur der freie Blick und die
Wahrnehmung der besonderen Schönheit eines der
architekturhistorisch bedeutendsten Bauwerke im
Zentrum würden durch eine zu hohe Bebauung
beeinträchtigt. Letztlich verlören die gewachsenen
Ensembles um die romanischen Kirchen ihren Maßstab.
„Vielen Bewohnern, Besuchern und auch mir“, so der
Erzbischof weiter, „drängt sich der Eindruck auf –
und ich kann es leider nicht anders ausdrücken –,
dass die architektonisch und geistlich über
Generationen entstandene Einheit im Viertel rund um
die Basilika St. Gereon der Wirtschaftlichkeit
geopfert werden soll. Die Schönheit und das
menschliche Maß drohen verloren zu gehen. Unsere
Kirchen und ihre zum Himmel weisenden Türme
markieren ein Zeichen für unsere Gesellschaft, die
weit über das hinaus reicht, was vor allem materiell
zählt. Bitte vernachlässigen Sie nicht diesen Aspekt
bei all Ihren weiteren Planungen“, so sein Appell an
die Entscheidungsträger. |
Der Kölner
Stadtanzeiger berichtet in seiner Ausgabe vom Freitag, 19. März
2010
Kompromis fürs Gerlingviertel
Bebauungsplan: Vertreter der
Bürgerinitiative zeigen sich von Verwaltung enttäuscht

Diesen Kompromiss hätte man auch im Oktober schon
erreichen können Karl R. Kegler Sprecher der
Bürgerinitiative
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BILD:
CHRISTHOV HENNES |
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Das Gerlingviertel,
einstige Büro-Hochburg der inzwischen von
der HDI übernommenen Versicherung, kann in
ein Wohnviertel der gehobenen Klasse
umgebaut werden. Dazu haben CDU, SPD, Grüne
und FDP mit einem einstimmigen Beschluss im
Stadtentwicklungsausschuss den Weg
freigemacht. Sie verabschiedeten einen
Bebauungsplan, in den Kritikpunkte der
Bürgerinitiative Gereonsviertel ebenso
eingeflossen sind wie Zugeständnisse, die
der Projektentwickler Frankonia Eurobau
machte. Die Lösung war in intensiven
Vorgesprächen mit allen Beteiligten erreicht
worden. Wenn der Rat dem Beschluss am
Dienstag folgt, steht dem Baubeginn zum l.
April politisch nichts mehr im Wege.
Die Veränderungen betreffen vor allem den
Bereich Gereonskloster, um den die
Bürgerinitiative hart gekämpft hatte. So
soll der neue Bürokomplex, der künftig den
nordwestlichen Zugang zu dem kleinen Platz
von der Gereonstraße abriegelt, nicht so
nahe an das ehemalige Gebäude des
Historischen Archivs herangerückt werden,
wie ursprünglich vorgesehen. Der Durchgang
wird nun 5,01 Meter breit statt 3,60 Meter.
Auch wird das Gebäude optisch verkleinert,
indem das darauf aufsitzende Staffelgeschoss
weiter zurückgesetzt wird. Ähnliches gilt
für den Neubau an der südwestlichen Ecke des
Platzes. Diese Zusagen hätte der
Projektentwickler in einem
„rechtsverbindlichen Schreiben" getroffen.
Baudezernent Bernd Streitberger lobte die
„neue städtebauliche Fassung", die das
Gereonskloster damit gewinne. Da der Platz
von Gebäuden sehr unterschiedlicher Höhe
umgeben ist, sei es darauf angekommen, die
Bebauung so zu „homogenisieren", dass ein
geschlossener Eindruck entstehe. Daher habe
man sich für einen mittleren Wert der
Traufhöhe von 68,6 Meter über NN
entschieden.
Dies hatte die Bürgerinitiative kritisiert,
weil sie darin einen Verstoß gegen das
Höhenkonzept der Stadt sah. Dies begrenzt
die Höhe von Neubauten in der Kölner
Innenstadt, insbesondere im Bereich der
romanischen Kirchen wie St. Gereon.
Streitberger betonte jedoch, dass das
Höhenkonzept erst durch die Bebauungspläne
verbindlich werde. Dies unterstrichen auch
der Ausschussvorsitzende Karl Jürgen Klipper
(CDU) und Barbara Moritz von den Grünen.
Vertreter der Bürgerinitiative äußerten sich
vor allem enttäuscht von der Verwaltung, die
den Vorgang erschwert und verzögert habe.
Ihr Sprecher Karl R. Kegler: „Diesen
Kompromiss hätte man auch im Oktober schon
erreichen können." Nach wie vor halte man
die Gestaltung des Gereonsklosters für
„städtebaulich nicht gut". |
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Der Kölner
Stadtanzeiger berichtet in seiner Ausgabe vom Dienstag, 16. März
2010
Bürger fürchten: St. Gereon wird zugebaut
Höhenkonzept: Verwaltung lässt
Einwände nicht gelten - Ausschuss entscheidet

Das ist so, als würde ich
die Größe eines Menschen
nicht am Scheitel, sondern an der Schulter messen
wollen.
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Die Bürgerinitiative Gereonsviertel hält
ihre Kritik an der Bauplanung für den
Gereonshof und das Gerling-Viertel aufrecht.
Sie kritisiert, dass die geplanten Neubauten
an St. Gereon deutlich zu hoch werden und
fürchtet um die Wirkung der romanischen
Kirche. Die Stadtverwaltung hat eine
Beschlussvorlage vorgelegt, in der keinem
einzigen Einwand der Bürger zu den Höhen
gefolgt wurde. Die Bezirksvertretung
Innenstadt hat der Vorlage in der
vergangenen Woche mit den Stimmen von SPD,
Grünen und FDP zugestimmt, jetzt muss das
Projekt noch die politischen Hürden im
Stadtentwicklungsausschuss am Donnerstag,
18. März, und im Stadtrat am Dienstag, 23.
März, nehmen.
Die Planungen verstoßen nach
Auffassung der Bürgerinitiative gegen den
Ratsbeschluss vom Mai 2007. Das so genannte
Höhenkonzept, beschlossen von SPD und
Grünen, regelt, dass Neubauten im Umfeld der
romanischen Kirchen nicht höher sein dürfen
als das Hauptschiff. Wenn die bereits
vorhandene Bebauung niedriger ist, muss sich
ein Neubau daran orientieren. Genau dies ist
bei St. Gereon nicht der Fall. „Die
Traufkante, die eingehalten wird, ist mit
der Maximalhöhe nicht vergleichbar", sagt
Karl R. Kegler, Sprecher der
Bürgerinitiative. „Das ist so, als würde ich
die Größe eines Menschen nicht am Scheitel,
sondern an der Schulter messen wollen."
Der Begriff „Maximalhöhe" sei im
Höhenkonzept eindeutig definiert. „Dass sich
die Verwaltung an den absolut klar
formulierten Ratsbeschluss hält, sollte
eigentlich selbstverständlich sein.
Der jetzige Entwurf tut dies nicht."
Für Unmut bei den Anwohnern sorgt
auch die städtebauliche Planung.
Nach Auffassung der Initiative werden die
Neubauten derart dicht an das neugotische
Gebäude des alten Stadtarchivs heranreichen,
dass es kaum mehr zur Geltung kommen werde.
Der Projektentwickler für das Gerling-Areal,
die Frankonia Eurobau, habe 18000
Quadratmeter zusätzliche Nutzfläche
gefordert. Das entspreche zwei weiteren
Geschossen am Gereonskloster, erzeuge
„erhebliche Probleme" und mache es
unmöglich, das Höhenkonzept einzuhalten.
www.gereonsviertel.de |
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Einladung 30. September
2009 - Gereonskloster 20 Uhr
Einer der schönsten Plätze von Köln – das Herz unseres
Viertels – steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Im Oktober
werden die Bagger rollen und das Gesicht des Platzes
nachhaltig verändern. Das direkte Umfeld der romanischen
Kirche St. Gereon und des ehemaligen historischen
Stadtarchivs sind betroffen.
Nach den bisher bekannt gewordenen Planungen fürchten wir
eine negative Veränderung der Platzqualität: Die Integrität
und die gewachsene Struktur des Gereonsklosters sind
bedroht.
Wir schätzen unser Viertel und möchten dies mit einer
Bürgeraktion zum Ausdruck bringen.
Am Abend des 30. September lädt die Bürgerinitiative
Gereonsviertel auf den Platz vor St. Gereon ein – bei
schlechtem Wetter in die Vorhalle von St. Gereon – um
deutlich zu machen, wie wichtig uns die historischen
Denkmäler am Gereonskloster und ihr einmaliges Umfeld sind.
Wenn verwirklicht wird, was die Stadt und der Investor
planen, wird das Gereonskloster nicht mehr dasselbe sein.
Wir freuen uns, wenn Sie kommen ... und bitte bringen Sie
Kerzen mit. Wir wollen den Platz in einer besonderen Weise
erleuchten, um ihn so in Erinnerung zu behalten.
Im Rahmen der Veranstaltung gibt es
• Informationen zum Planungsstand
• die Avant-Premiere des Films
Ein Viertel im Wandel: St.
Gereon von Peter Malchus und Helmut Brüker
• Gelegenheit zu einem Gespräch im Kerzenlicht und bei einem
Glas Kölsch
Dr. Gottfried Stracke (Vorsitzender), Klingelpütz 16, Tel.:
(0221) 913 02 27
Pfarrgemeinde St. Gereon/ Pfarrer Andreas Brocke
Gereonskloster 2, 50670 Köln, Tel.: (0221) 13 49 22
Ihre Bürgerinitiative Gereonsviertel
Weitere Hinweise (und bald zusätzliche Filmausschnitte)
finden Sie auf dem Bürgerportal:
www.gereonsviertel.de
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Der Kölner
Stadtanzeiger berichtet in seiner Ausgabe vom Mittwoch, 15. Juli
2009
"Bürger sorgen sich um St. Gereon"
Initiative kritisiert die
Neubaupläne für das Gerling-Viertel - Höhenkonzept missachtet

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Anwohner fordern einen
"respektvollen" Umgang
mit der Basilika und dem Platz am Gereonskloster
VON PETER BERGER |
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Im Gereonsviertel formiert sich der
Bürgerprotest gegen den Umbau des
Gerling-Quartiers, Inzwischen hat sich eine
Bürgerinitiative gegründet, die sich für den
Erhalt des Umfelds der romanischen Kirche
St. Gereon sorgt. Ihr Vorwurf; Die
Stadtverwaltung missachtet in ihrem Entwurf
zum Bebauungsplan für das neue Wohnquartier
das Höhenkonzept
für die Innenstadt, das im Mai 2007
im Stadtrat
mehrheitlich verabschiedet wurde.
Dort sind
so genannte Wirkungsfelder rund um den
Dom und
die romanischen Kirchen definiert.
Innerhalb dieser Felder muss sich eine neue
Bebauung nach der Traufkante der Kirche
richten. Sind bestehende Bauten niedriger
als die Traufkante, müssen Neubauten an
dieser Hohe ausgerichtet werden,
„Als wir
diesen Ratsbeschluss im Detail nachgelesen
haben, waren wir wie vor den Kopf
geschlagen", sagt Karl R. Kegler. Mitglied
der Bürgerinitiative.
Der
Ratsbeschluss ist aus ihrer Sicht eindeutig:
„Rund um St. Gereon darf nicht höher gebaut
werden als der
Bestand" Die
aktuelle
Planung dagegen sei nicht nur wesentlich
höher, sie beinhalte
auch
Zusatzgeschosse, die die
Traufe von
der Kirche um
dreieinhalb Meter überragen
dürfen.
Auf diesen
Zusatzgeschossen seien noch einmal
zusätzliche Dachausstiege von zwei Metern
Höhe erlaubt.
„Aus unserer Sicht bedeutet das, dass
die geplante Bebauung fünfeinhalb
Meter
höher sein kann als das Hauptschiff
der
Kirche", so Kegler.
Die Anwohner
fürchten um die Fernwirkung
von St.
Gereon und darum, dass der Platz am
Gereonskloster durch zu hohe Bauten erwürgt
wird. Dann sieht das hier bald so aus wie m
der Kulisse für einen Batmanfilm."
Die Bezirksvertretung Innenstadt und
der Stadtentwicklungsausschuss haben den
Bebauungsplan-Entwurf
einstimmig
passieren lassen. Bei der
Bürgeranhörung gab es die ersten Proteste,
jelzt liegen
200 Einwände vor.
Auch die Bürgerinitiative hat eine
ausführliche Stellungnahme eingereicht.
Anne Luise Müller, Leiterin des
Stadtplanungsamts, bestätigt, dass es einen
Widerspruch zwischen dem Höhenkonzcpt und
der geplanten Bebauung gibt. Es habe vor der
Neuplanung des Gerling-Quartiers aber zwei
Workshops und zwei Wettbewerbe gegeben, „die
zum Teil zeitlich vor der Verabschiedung des
Höhenkonzepis lagen", so Müller. In dem
Verfahren sei immer wieder beiont worden,
dass man dem Innenstadt viertel „besondere
Entwicklungspotenziale" zugestehen müsse.
Mit Eva Bürgermeister (SPD), Karl-Jürgen
Klipper (CDU), Barbara Moritz (Die Grünen)
und Ralph Sterck (FDP) hatten vier
Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses
im Preisgericht gesessen.
Das Architekturbüro, Kister, Scheithauer,
Gross war im Oktober 2007 als Sieger aus dem
Wettbewerb hervorgegangen.
„Wir sind keine Verhinderer. Wir wollen
nicht, dass im Gerling-Viertel für immer das
Licht ausgeht", sagt Kegler. Aber offenbar
habe sich über den Bereich um die Basilika
St. Gereon „niemand besondere Gedanken
gemacht", Die Bürgerinitiative fürchtet,
„dass von den neun großen alten Bäumen am
Gereonskloster und seinen Zugängen nur ein
einziger stehen bleiben" wird. Die anderen
müssten einer Tiefgarage weichen. Auch sehen
die Pläne vor, dass zwei von vier Zugängen
zum Platz geschlossen werden. Das
Gereonskloster, so die Kritik weiter, sei in
seiner Gesamtheit noch niemals städtebaulich
untersucht worden. Es gebe weder eine
Darstellung im Stadtmodell noch eine Skizze,
die die neuen Bauhöhen auf St, Gereon
illustriert. „Die haben wir selbst
anfertigen müssen", sagt Kegler.
Die Bürgerinitiative fordert, dass die Stadt
„erst einmal ihre eigenen Vorgaben bei den
aktuellen Planungen berücksichtigt".
Außerdem regt sie an, den Platz am
Gereonskloster „in seiner Gesamtheit in
einem vertieften städtebaulichen
Gutachterverfahren zu überprüfen".
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Rücksicht auf Menschen nehmen.
PFARRER BROCKE |
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Pfarrer Andreas Brocke von St. Gereon sagt:
„Das Gerling-Areal befindet sich nicht auf
einer Freifläche, sondern ist Teil des
Gereonsviertels. Wir erwarten einen
respektvollen Umgang mit dem einzigartigen
kulturellen Erbe der romanischen Basilika
und seiner Umgebung und Rücksicht auf die
Belange der Menschen, die das Gereonsviertel
bislang geprägt haben." Für die weitere
Entwicklung Kölns sei diese Planung an St.
Gereon von größter Bedeutung. denn sie ist
ein Testfall. wie man mit den Festlegungen
des Höhenkonzepts umgeht, so die
Bürgerinitiative.
Letztlich müssen der
Städtentwicklungsausschuss und der Rat über
den Bebauungsplan und damit darüber
entscheiden, wie mit den Einwänden verfahren
wird. Kommentar |
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Planungen
im Gereonsviertel
Liebe Nachbarn und Anwohner im Gereonsviertel,
im Bereich der Bauten des ehemaligen Gerling-Konzerns sind derzeit große
Abriss- und Neubaumaßnahmen geplant, die im Herbst dieses Jahres
beginnen sollen und mehrere Jahre andauern werden. Bereits jetzt ist
klar, dass die geplanten Maßnahmen das Viertel stark verändern werden.
Dies betrifft die öffentlichen Plätze und Straßenräume, Bäume,
Grünflächen, die Fußwege und den Verkehr; und es betrifft natürlich auch
Bewohnerstruktur und Nutzungen.
Vom 28. Mai 2009 bis zum 29. Juni 2009 liegt der Bebauungsplan, der den
Rahmen für die Planungen vorgibt, im Stadtplanungsamt öffentlich aus.
Alle Bürger und Anwohner können Einwände gegen diesen Plan zu
formulieren, wenn sie negative Veränderungen befürchten oder Anregungen
geben wollen. Dies ist die letzte Möglichkeit, die Planung zu
beeinflussen, denn sie wird anschließend im Rat der Stadt Köln
beschlossen.
Die Bürgerinitiative bittet Sie dringend im eigenen Interesse, diese
Möglichkeit zu nutzen und Ihre Stellungnahmen an die unten angegebenen
Adresse zu geben. Wir selbst sammeln die Einwände und Anregungen, um sie
in einer öffentlichen Bürgerversammlung mit den Ratsmitgliedern zu
diskutieren, die über den Bebauungsplan entscheiden werden. Der Termin
für diese Versammlung steht noch nicht fest, wird aber rechtzeitig
bekannt gegeben.
Adresse zur Einsichtname und zur Formulierung von
Bedenken
und Anregungen zum Bebauungsplan:
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Stadt Köln; Stichwort:
"Bebauungsplan Gereonshof; Altstadt/ Nord."
Stadtplanungsamt; Zimmer 09 C 21 Stadthaus Deutz -
Westgebäude Willy-Brandt-Platz 2, 50679 Köln Postfach 10 35
64, 50475 Köln
Telefon: 0221/221-25723
Öffnungszeiten: Mo. & Do. 8:00-16:00 Uhr. Di. 8:00-18:00
Uhr, Mi. & Fr. 8:00-12:00 Uhr |
•> Bitte schicken oder geben Sie eine Kopie Ihres Schreibens an das
Gemeindebüro St.Gereon, Gereonskloster 2 oder
gereon@stgereon.de
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Die Bürgerinitiative Gereonsviertel
besteht seit dem 3. Mai 2005.
2006/ 2007 hat sich Bürgerinitiative mit Hilfe von vielen
Mitbürgern aus dem Gereonsviertel erfolgreich gegen die
Schließung der Cardinalstraße gewehrt, den Verkauf der Straße an
einen privaten Investor verhindert und drei geplante Hochhäuser
abwehren können, die eine Höhe von bis zu 13 Geschossen erhalten
sollten.
Unser Ziel ist, bessere Lebensqualität im Viertel und guter
Städtebau mit maßstabsgerechter Architektur, auf die Köln stolz
sein kann. Die negativen Entwicklungen der letzten Jahre müssen
gestoppt werden, damit unser Viertel wieder lebens- und
sehenswerter wird. |
Forderungen und Vorschläge der Bürgerinitiative
Gereonsviertel:
1. Hohe Qualität der Architektur • Alle Neu- und Umbauvorhaben im Umfeld von St. Gereon müssen in ihrer
Maßstäblichkeit und in ihrer architektonischen Gestaltung auf die Kirche
als hochrangiges historisches Baudenkmal Rücksicht nehmen • Die geplanten Neu- und Umbauten müssen sich an der bestehenden
Nachbarbebauung orientieren und dürfen diese nicht um mehrere Geschosse
überragen (so etwa in den Planungen für die Ecke Gereonshof-Spiesergasse
und an weiteren Stellen)
2. Schutz der öffentlichen Plätze • Erhaltung der bestehenden begrünten Fußwegebeziehungen auf dem
Gereonskloster; der Platz vor der Kirche darf nicht zu einer Sackgasse
mit einer hohen Randbebauung werden • Der Gereonshof ist in seiner Gesamtheit ein Baudenkmal der 50er Jahre
und sollte als solches erhalten werden • Alle Plätze müssen dauerhaft für Anwohner und Öffentlichkeit
zugänglich bleiben.
3. Erhalt der Grünflächen und des Baumbestandes • Die vorhandenen Bäume und Grünflächen müssen geschützt werden • Eventuelle Ersatzpflanzungen müssen im Gereonsviertel vorgenommen
werden; über Ort und Umfang eventueller Ersatzpflan^ungen muss v/ordern
Fällen von Bäumen und der Vernichtung von Grünflächen Klarheit
geschaffen werden • Straßen, die durch zusätzlichen Verkehr belastet werden sollen (dies
sind insbesondere Christophstraße und Klapperhof), müssen durch eine
gute Gestaltung und/ oder durch Baumpflanzungen aufgewertet werden
4. Rücksichtnahme auf Anwohner und Quartier während des Bauprozesses • Die Plätze und Grünflächen um St. Gereon dürfen nicht (über Jahre!)
mit Baucoritai-nern und Baustellenmaterialien zugestellt werden • Schon im Vorfeld muss durch eine gute Ablaufplanung dafür gesorgt
werden, dass Anwohner und Gemeinde durch die jahrelangen Bauarbeiten
möglichst wenig durch Lärm und Staub belastet werden • Zu diesen Punkten muss es verbindliche Aussagen durch die
Verantwortlichen (Investor und Politik) geben
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Stellungnahme zu den Planungen im
Gerling-Areal |
Die
innerstädtische Zentrale des ehemaligen Gerling Konzerns liegt
auf dem Pfarrgebiet der Gemeinde St. Gereon in unmittelbarer
Nachbarschaft der romanischen Basilika St. Gereon.
Als Gemeinde
verstehen wir uns als Anwalt der menschlichen und steinernen
Nachbarn des zu beplanenden Gebietes. Grundsätzlich begrüßt die
Gemeinde, dass das Areal des ehemaligen Gerling-Konzerns neu
gestaltet und mit Wohnungen, Geschäften und Büros belebt werden
soll. Gleichzeitig bestehen große Befürchtungen, die wir in
diesem Schreiben zum Ausdruck bringen wollen und vor allem in
der Forderung nach respektvollem Umgang zusammengefasst werden
können.
Die romanische Kirche St. Gereon, als ein einzigartiges Bauwerk
im Ensemble der romanischen Kirchen, verlangt eine respektvolle
Nachbarbebauung. Dies verstehen wir zum einen im Hinblick auf
die Wahrung der Sichtbeziehungen zur Gladbacher- und
Christophstrasse hin: Die Neuplanungen auf der Christophstrasse
sind wesentlich zu hoch und müssen sich an den Höhen der
bestehenden Bebauung orientieren; es kann aber nicht sein, dass
unter der bestehenden Bebauung ein einziges, denkmalgeschütztes
Haus in seiner Höhe zum kommenden Maßstab genommen wird. Allein
dieses Denkmal ragt aus der einheitlichen Platzrandbebauung
heraus.
Zum anderen
erwarten wir Respekt in Bezug auf die Gestaltung des
Gereonsklosters. Der Platz vor der Basilika darf weder durch
unmaßstäbliche Bebauung in seiner Wirkung nachteilig beeinflusst
werden, noch darf das ehemalige historische Archiv durch zu hohe
Bauten bedrängt werden.
Auch die
ehemalige Kapelle der Stiftung Van-Gils darf nicht, wenn sie
denn überhaupt freizustellen ist, durch eine zu hohe Umbauung
gleichsam in einem Schacht verschwinden.
Das Gerling
Areal befindet sich nicht auf einer Freifläche, sondern ist Teil
des Gereonsviertels. Hier ist den Anwohnerinnen und Anwohnern
der nötige Respekt zu erweisen.
Die
Neuplanungen haben Rücksicht zu nehmen besonders auf die
Menschen, welche als unmittelbare Anlieger durch Neuplanungen
übermäßig benachteiligt werden.
Ebenso ist die
Sorge der Bewohnerinnen und Bewohner bezüglich der
Verkehrssituation ernst zu nehmen und die Verkehrsströme des
bestehenden Viertels in die Planungen deutlicher als bisher mit
einzubeziehen.
Bei den
bevorstehenden Baumaßnahmen, muss die Situation der Nachbarn
bedacht werden und entsprechend verträgliche Bau- und
Abrißverfahren eingesetzt werden.
Die Bebauung
des ehemaligen Gerling-Konzerns steht in weiten Teilen unter
Denkmalschutz. Zum Respekt vor der Geschichte gehört die
Bewahrung von Gebäuden, welche von dieser Geschichte Zeugnis
geben. Der Denkmalschutz hat die Aufgabe diesem Anliegen
Ausdruck zu geben. Der Denkmalschutz darf nicht vorschnell
aufgegeben werden und Gebäude durch so genannte
Weiterentwicklung nicht ihrer Zeugniskraft beraubt werden.
Wir erwarten
von den Politikerinnen und Politikern, dass sie sich in
geeigneter Weise unserer Anliegen annehmen und sich für die
Belange der Bürgerinnen und Bürger einsetzen.
Andreas Brocke,
Pfarrer an der Basilika St. Gereon zu Köln. |
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Die Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln
berichtet in seiner Ausgabe vom Freitag, 16.
Mai 2008 |
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Welchen Wert hat
unser historisches Erbe?
Kölner Kirchengemeinde wehrt sich gegen
Hochhäuser im Umfeld der Kirche St. Gereon
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Nach der Aufstockung der Gebäude
an der Christoph-straße wird von St. Gereon nicht mehr viel
zu sehen sein, so die Befürchtungen der Pfarrgemeinde.
Foto: Boecker |
KÖLN. Seit
Jahrhunderten prägten und prägen Kirchen mit ihren oftmals
hohen Türmen als Fingerzeige Gottes unsere Städte und
Dörfer. Das dies auch in Zukunft so sein soll, darum bemüht
sich zur Zeit die Kölner Pfarrgemeinde St. Gereon angeführt
von ihrem Pfarrer, Dechant Andreas Brocke. Seit Monaten wird
im Viertel rund um die romanische Kirche St. Gereon eifrig
gebaut. Alte Bürobauten und Wohnhäuser wurden abgerissen und
durch Neubauten, die zurzeit in den Himmel wachsen, ersetzt.
Dass diese Häuser in den Himmel zu wachsen scheinen ist
genau der Punkt, an dem sich der Unmut von Dechant Brocke
und vielen anderen Freunden von St. Gereon entzündet. „Wenn
die bestehenden Baupläne nicht verändert und die Höhen der
Gebäude nicht verringert werden, dann wird die Blickachse
auf die weltberühmte Kirche stark beeinträchtigt“,
beschreibt Brocke das Problem. Eingepfercht zwischen
Gebäuden, die so hoch wie oder höher als die Kirche sind,
verliere St. Gereon viel von seiner Wirkung. „Welchen
Respekt bringt eine Stadt ihrem historischen Erbe
entgegen?“, fragt Brocke und erinnert daran, dass man in der
Zeit des Wiederaufbaus nach dem zweiten Weltkrieg sehr
bewusst darauf geachtet habe, dass die romanischen Kirchen
dominierende städtebauliche Merkzeichen blieben und sich der
Maßstab der sie umgebenden Bebauung ihrem Bauvolumen
unterordnete. |
Sollte die
bestehenden Pläne umgesetzt und die unverhältnismäßig hohen Gebäude
in Nachbarschaft der Kirche hochgezogen werden, würde eine der
wichtigen Blickachsen auf die Basilika wesentlich beeinträchtigt und
die städtebauliche Bedeutung und Funktion dieses einmaligen
Baudenkmals wesentlich geschwächt. „Die Strahlkraft der für die
Kölner Bürger und Besucher so wichtigen Kirche wird stark
beeinträchtigt und der Kommerzialisierung des städtischen Raumes
geopfert“, zitierte Brocke aus einem Schreiben des Leiters der
Hauptabteilung Seelsorgebereiche im Generalvikariat, Prälat
Hans-Josef Radermacher an den zuständigen Bezirksbürgermeister der
Kölner Innenstadt, Andreas Hupke. Brocke machte deutlich, dass man
sich nicht grundsätzlich einer baulichen Umgestaltung des
Gereonsviertels verschließe. Vieles, was der Investor plane, sei
begrüßenswert. Die Gretchenfrage stelle sich jedoch, wenn es darum
geht, „welchen Respekt bringt man den lebenden und den steinernen
Nachbarn entgegen?“ Als Kirchengemeinde sei man zum Schutz des
Baudenkmals verpflichtet, gibt sich Brocke kämpferisch. Ziel sei es,
eine Änderung des vom Rat der Stadt genehmigten Bebauungsplanes zu
erreichen. Brocke lädt deshalb alle Gemeindemitglieder, Freunde von
St. Gereon und alle, die an dieser grundsätzlichen und nicht nur in
Köln relevanten Frage Interessierten ein, am kommenden Montag, 19.
Mai um 19 Uhr in die Halle Globale am Hildeboldplatz in Köln zu
kommen. Im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen
Öffentlichkeitsbeteiligung an der Bauleitplanung wird das
Bebauungskonzept des Gereonsviertels den Bürgerinnen und Bürgern
vorgestellt und Gelegenheit gegeben, Vorschläge zur Planung zu
machen.
ROBERT BOECKER |
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Gästebuch der Kirchen-Gemeinde St.
Gereon
E-Mail: An
den
Webmaster!
Thema: "Schwarze
Löscher statt bunter Fenster"
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Sehr
geehrter Herr Pfarrer Brocke,
bezüglich Ihrer Fenster von Georg
Meistermann habe ich ein Interview mit Herrn Meistermann
aus dem Jahr 1988 gefunden. |

Das Dekagon der Basilika St. Gereon
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Erfüllt von allen Sinnen Georg
Meistermann: |
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Ein
Künstler im Gespräch
von Andreas
Mertin
aus:
Kirche und moderne
Kunst. Eine aktuelle Dokumentation.
Hg. Andreas Mertin und Horst Schwebel.
Frankfurt: Athenäum, 1988. S. 124-134. |
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Zitat Meistermann Anfang.>
„Ich sehe
das so: ich muss mit dem Talent wuchern,
das ich habe. Das heißt, ich muss für
das Kapital, das ich habe, Zinsen
schaffen.
Es ist doch sehr einfach zu sagen, dass
ich dieses Talent vom lieben Gott habe,
und es macht mir riesigen Spaß diese
Zinsen zu erstatten.
Das ist also der Hintergrund, wenn ich
Fenster mache, dann tue ich das aus
Freude an meinem Talent, das ich von
Gott habe.
>
Zitat Meistermann Ende.
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Ich verstehe Herrn Meistermanns
Einstellung so, dass er diese
Fenster verwirklicht hat, damit die
Menschen seine Kunst betrachten
können.
Er verlangt nicht Zinsen, nein er
erstattet Zinsen für sein erhaltenes
Talent.
Und so müssen es auch die Leute
sehen die sich als Vertreter der
Interessen von Künstlern und deren
Erben erheben.
Mit freundlichem Gruß
Elmar Roeseling,
E-Mail:
roeseling@netcologne.de
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