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Im Gereonsviertel formiert sich der
Bürgerprotest gegen den Umbau des
Gerling-Quartiers, Inzwischen hat sich eine
Bürgerinitiative gegründet, die sich für den
Erhalt des Umfelds der romanischen Kirche
St. Gereon sorgt. Ihr Vorwurf; Die
Stadtverwaltung missachtet in ihrem Entwurf
zum Bebauungsplan für das neue Wohnquartier
das Höhenkonzept
für die Innenstadt, das im Mai 2007
im Stadtrat
mehrheitlich verabschiedet wurde.
Dort sind
so genannte Wirkungsfelder rund um den
Dom und
die romanischen Kirchen definiert.
Innerhalb dieser Felder muss sich eine neue
Bebauung nach der Traufkante der Kirche
richten. Sind bestehende Bauten niedriger
als die Traufkante, müssen Neubauten an
dieser Hohe ausgerichtet werden,
„Als wir
diesen Ratsbeschluss im Detail nachgelesen
haben, waren wir wie vor den Kopf
geschlagen", sagt Karl R. Kegler. Mitglied
der Bürgerinitiative.
Der
Ratsbeschluss ist aus ihrer Sicht eindeutig:
„Rund um St. Gereon darf nicht höher gebaut
werden als der
Bestand" Die
aktuelle
Planung dagegen sei nicht nur wesentlich
höher, sie beinhalte
auch
Zusatzgeschosse, die die
Traufe von
der Kirche um
dreieinhalb Meter überragen
dürfen.
Auf diesen
Zusatzgeschossen seien noch einmal
zusätzliche Dachausstiege von zwei Metern
Höhe erlaubt.
„Aus unserer Sicht bedeutet das, dass
die geplante Bebauung fünfeinhalb
Meter
höher sein kann als das Hauptschiff
der
Kirche", so Kegler.
Die Anwohner
fürchten um die Fernwirkung
von St.
Gereon und darum, dass der Platz am
Gereonskloster durch zu hohe Bauten erwürgt
wird. Dann sieht das hier bald so aus wie m
der Kulisse für einen Batmanfilm."
Die Bezirksvertretung Innenstadt und
der Stadtentwicklungsausschuss haben den
Bebauungsplan-Entwurf
einstimmig
passieren lassen. Bei der
Bürgeranhörung gab es die ersten Proteste,
jelzt liegen
200 Einwände vor.
Auch die Bürgerinitiative hat eine
ausführliche Stellungnahme eingereicht.
Anne Luise Müller, Leiterin des
Stadtplanungsamts, bestätigt, dass es einen
Widerspruch zwischen dem Höhenkonzcpt und
der geplanten Bebauung gibt. Es habe vor der
Neuplanung des Gerling-Quartiers aber zwei
Workshops und zwei Wettbewerbe gegeben, „die
zum Teil zeitlich vor der Verabschiedung des
Höhenkonzepis lagen", so Müller. In dem
Verfahren sei immer wieder beiont worden,
dass man dem Innenstadt viertel „besondere
Entwicklungspotenziale" zugestehen müsse.
Mit Eva Bürgermeister (SPD), Karl-Jürgen
Klipper (CDU), Barbara Moritz (Die Grünen)
und Ralph Sterck (FDP) hatten vier
Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses
im Preisgericht gesessen.
Das Architekturbüro, Kister, Scheithauer,
Gross war im Oktober 2007 als Sieger aus dem
Wettbewerb hervorgegangen.
„Wir sind keine Verhinderer. Wir wollen
nicht, dass im Gerling-Viertel für immer das
Licht ausgeht", sagt Kegler. Aber offenbar
habe sich über den Bereich um die Basilika
St. Gereon „niemand besondere Gedanken
gemacht", Die Bürgerinitiative fürchtet,
„dass von den neun großen alten Bäumen am
Gereonskloster und seinen Zugängen nur ein
einziger stehen bleiben" wird. Die anderen
müssten einer Tiefgarage weichen. Auch sehen
die Pläne vor, dass zwei von vier Zugängen
zum Platz geschlossen werden. Das
Gereonskloster, so die Kritik weiter, sei in
seiner Gesamtheit noch niemals städtebaulich
untersucht worden. Es gebe weder eine
Darstellung im Stadtmodell noch eine Skizze,
die die neuen Bauhöhen auf St, Gereon
illustriert. „Die haben wir selbst
anfertigen müssen", sagt Kegler.
Die Bürgerinitiative fordert, dass die Stadt
„erst einmal ihre eigenen Vorgaben bei den
aktuellen Planungen berücksichtigt".
Außerdem regt sie an, den Platz am
Gereonskloster „in seiner Gesamtheit in
einem vertieften städtebaulichen
Gutachterverfahren zu überprüfen".
Rücksicht auf Menschen nehmen.
PFARRER BROCKE |
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Pfarrer Andreas Brocke von St. Gereon sagt:
„Das Gerling-Areal befindet sich nicht auf
einer Freifläche, sondern ist Teil des
Gereonsviertels. Wir erwarten einen
respektvollen Umgang mit dem einzigartigen
kulturellen Erbe der romanischen Basilika
und seiner Umgebung und Rücksicht auf die
Belange der Menschen, die das Gereonsviertel
bislang geprägt haben." Für die weitere
Entwicklung Kölns sei diese Planung an St.
Gereon von größter Bedeutung. denn sie ist
ein Testfall. wie man mit den Festlegungen
des Höhenkonzepts umgeht, so die
Bürgerinitiative.
Letztlich müssen der
Städtentwicklungsausschuss und der Rat über
den Bebauungsplan und damit darüber
entscheiden, wie mit den Einwänden verfahren
wird. Kommentar |