Die Kölnische Rundschau berichtet am Samstag, 22. September 2001 wie folgt:

In St. Gereon weiht Kardinal Meisner am Sonntag 
die neue Schwalbennestorgel im Dekagon

Lorbeerzweige für die Königin


Die Schwalbennestorgel wurde dezent am traditionsreichen Platz 
über dem Hauptportal eingebaut. Foto: Stachowski

Standesgemäß erhielt die Königin der Instrumente einen Schmuck aus Lorbeerzweigen, von Professor Elmar Hillebrand aus Lindenholz geschnitzt und mit einer Weißgold-Poliment-Vergoldung   veredelt.   Ein Schmuck, der bei der Denkmalpflege auf wenig Gegenliebe stieß. 
Grundsätzlich jedoch erteilten die Konservatoren bereits im September 1997 die Erlaubnis zum Einbau einer neuen Orgel in der romanischen Basilika St. Gereon. 

Am Sonntag wird Kardinal Joachim Meisner das Instrument im Rahmen einer festlichen Messe um 18 Uhr weihen. „Damit ist die Wiederherstellung der Basilika nach den verheerenden Kriegszerstörungen abgeschlossen", freute sich gestern Dechant Karl-Josef Daverkausen bei der Präsentation der Orgel.
Um die beeindruckende Raumwirkung des Dekagons nicht zu beeinträchtigen, wurde das Instrument als Schwalbennestorgel über dem Eingangsportal installiert - genau an der Stelle, an der sich bis zur „1000-Bomber-Nacht" vom 30. auf den 31. Mai 1942 über Jahrhunderte hinweg die Vorgänger-Orgel befand. 
Allerdings schafften es Architekt Herbert Queck mit Orgelbauer Friedbert Weimbs aus Hellenthal in der Eifel und dem Statikbüro Schwab, mit Rücksicht auf den staufischen Zentralbau auf die früher vorhandene Empore zu verzichten. 

Mit insgesamt 36 Registern, 2371 Pfeifen zwischen 4,40 Meter und fünf Millimeter Länge und einem Gewicht von 7,2 Tonnen ist die neue Orgel allerdings, auch kleiner als das Vorgangerinstrument.
Wünschenswert und notwendig wurde die neue Orgel, als 1984 die Trennwand beseitigt werden konnte, die wegen der Kriegsschäden zwischen Langhaus und Dekagon eingezogen worden war.  Die 1954 an der Südseite des Langhaus-Chores eingebaute Schwalbennestorgel ließ eine abgestimmte harmonische Begleitung des Gemeindegesangs nicht zu. Das Instrument wird jedoch weiter bei kleineren liturgischen Feiern im Langhaus genutzt. Zudem soll es später einmal von einem elektronischen Spieltisch aus gemeinsam mit der neuen Orgel genutzt werden können.
Doch dafür fehlt im Augenblick noch das Geld. Die Kosten der neuen Orgel von über einer Million Mark wurden gedeckt durch 300 000 Mark Eigenmittel aus dem Substanzkapital der Gemeinde, einem Zuschuss des Erzbistums von 100 000 Mark und einer Beihilfe des Fördervereins    Romanische Kirchen von 250 000 Mark. Ein tatkräftiger   Orgelbauverein holte seit 1994 den Rest in vielen großen und kleinen Beiträgen und einmaligen Spenden zusammen.               Sz
 

Presseberichteübersicht Pressebericht: Stadtanzeiger 22. September 2001
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Last Update:  21.06.08 11:45
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