Der Kölner Stadtanzeiger berichtet in seiner Ausgabe vom 5. April 2005

 Kopfgeburt stößt zum Denken an

 Mäzen stiftet das 50 000 Euro teure und acht Tonnen schwere Kunstwerk


Mahnend blickt der Kopf des
Heiligen auf die Basilika St. Gereon.

Auf der Grünfläche vor St. Gereon ruht seit kurzem der Kopf
des Heiligen Ge
reon - eine Skulptur von Iskender Yediler.
 
VON INA SPERL
Innenstadt - Acht Tonnen ist er schwer und so voluminös wie ein kleiner Elefant: Aus grauem Granit ist der Kopf des Heiligen Gereon, der seit Ende Januar vor der Kirche am Gereonsdriesch liegt.
Jetzt erst wurde die Skulptur offiziell von Bezirksvertretern, der Stadtverwaltung und Vertretern der Kirche an ihrem Standort eingeweiht.


Großbild

Ein Symbol soll der Kopf des Heiligen sein, sagt der Künstler Iskender Yediler, der lange in Köln gelebt und gearbeitet hat, bevor er nach Berlin zog: ein Symbol, das an die Geschichte der Stadt und das hier erlittene Martyrium erinnert. Denn an dieser Stelle soll im Jahre 286 der Legionär Gereon von den Römern enthauptet worden sein, weil er sich standhaft zum christlichen Glauben bekannte. Ein Jahrhundert später entstand am selben Ort der erste Teil der heutigen Gereonskirche, auf die der Kopf „mahnend blickt", wie Pfarrer Andreas Brocke erklärt.
„Wir freuen uns, dass er nun da liegt,
dadurch wird auch der Platz aufge
wertet,"
Auch bei den Bezirks Vertretern kommt die Skulptur gut an: „Das ist die schönste Kopfgeburt, die ich je konkret gesehen habe - möge sie Denkanstöße geben", sagt Bezirksvorsteher Andreas Hupke - nicht ohne Stolz, denn schließlich ist die Skulptur auf Betreiben der Bezirksvertretung Innenstadt aufgestellt worden. Kosten entstanden weder der Stadt noch der Kirche; Ein Mäzen aus Essen, der ungenannt bleiben will, habe die rund 50 000 Euro für die Skulptur aufgebracht, sagt Hupke,
Die Idee, ein Mahnmal aus dem Kopf einer Heiligenskulptur zu schaffen, ist nicht neu: Bereits in Bonn hat Yediler die Köpfe der Heiligen Cassius und Florentinius vor dem Münster platziert. Um das riesige Werk zu schaffen, hat er den Kopf der Heiligenskulptur in der Kirche abfotografiert und dann als Modell nachgebaut, In Stein hauen ließ er es dann allerdings in Thailand, wo er ein Atelier hat und wohin er regelmäßig fahrt. „Selber hätte es mich ein Jahr gekostet, sie herzustellen, so dauerte es vier Monate," Doch habe nicht zuletzt auch die Finanzierung eine Rolle gespielt: In Deutschland produziert, wäre der Kopf um die Hälfte teurer gewesen. www.yediler.de
Presseberichteübersicht Pressebericht vom 18./19. September 2004

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Last Update:21.06.08 11:49  

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