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Der Kölner
Stadtanzeiger berichtet am Dienstag, 17. Juli 2001 (cd)
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Taufkapelle
in St. Gereon
Einzigartiges
Zeugnis der Spätromanik
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Sankt
Gereon ist möglicherweise das älteste christliche Gotteshaus
Kölns. Ein ursprünglich als Märtyrerkirche vor der römischen
Stadtmauer angelegter Ovalbau * stammt aus der zweiten Hälfte des
4. Jahrhunderts, der Ausbau des Gebäudes zum hohen gewölbten
Dekagon wurde im ersten Viertel des 13. Jahrhunderts durchgeführt.
Die ehemalige Stiftskirche birgt ein kunsthistorisches Zeugnis von großer
Seltenheit - die an der Südseite des Dekagons angebaute Taufkapelle,
die Ernst Weyden schon 1860 als „eines der merkwürdigsten und zugleich
zierlichsten, mit genialer Keckheit geschaffenen Bauwerke der Übergangs-Periode"
bezeichnete. Neben den spätromanischen Heiligenfiguren haben sich
auf den Wandfeldern erstaunlich viele Reste der ursprünglichen Farbigkeit
der Architektur erhalten. Die Bedeutung solcher Farbigkeit für die
Wirkung mittelalterlicher Architektur ist heute unumstritten, doch nur
selten lassen die meist spärlichen Befunde auf ein gesamtes Ausmalungssystem
schließen.
Der Kunsthistorikerin Anna Skriver ist es gelungen, die komplette Raumausmalung
der Taufkapelle zu rekonstruieren - ihre neue Interpretation historischer
Quellen (darunter der Minitiaturen der sog. Brüsseler Königschronik,
die einen engen Zusammenhang zu den Wandmalereien aufweisen) ermöglichte
zudem eine zeitliche Eingrenzung der Errichtung der Kapelle in die Jahre
zwischen 1242 und 1245.
Skriver erhielt für ihre Untersuchung, die als „wesentlicher Beitrag
zur Erforschung der rheinischen Kunst" gewürdigt wurde, den
Köln-Preis, (cd) |
Bild: Die Taufkapelle von St. Gereon; Aquarell
von Adolph Wegelin
aus den Jahren 1843/44 (Bild ist dem Buch entnommen)
Anna Skriver:
Die Taufkapelle von St. Gereon. SU-Verlag
Köln, 228 S., 98 Mark.
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