 |
Musik spiegelt sich in
Kirchenfenstern
Jürgen von Moock stellt auf einer CD die neue Weimbs-OrgeI
in der Kölner Kirche St. Gereon vor.
VON MARIANNE KIERSPEL
Die romanische Kirche St. Gereon verbindet Kultur von der Spätantike
bis zur Gegenwart. Nun stellt der Kantor Jürgen von Moock seine
neue Weimbs-OrgeI auf der CD
„Lichtblicke - Klangräume" vor (erschienen beim Düsseldorfer
Label PsaIIite).
Auch sein Musikprogramm überspannt die Zeiten. Er wählt fünf der berühmten Kirchen-
fenster von Georg Meistermann aus - sie zeigen Propheten, Flammen
des Geistes, drei Könige, Lamm und Todesreiter aus der Apokalypse.. |
Der Organist stellt ihnen Werke
vom Barock bis zur Moderne zur Seite und erklärt, welche
Korrespondenz zum jeweiligen Bildthema er sieht. So ordnet er den
aufrechten Propheten Johann Sebastian Bachs formstrenge Passacaglia c-Moll zu, die er finster registriert und
herb spielt. Zum Todesreiter wählt er Werke von Jehan Alain und
Marcel Dupre über Trauer und Verzweiflung. Jedes dieser fünf Bild-Musik-Kapitel ergänzt von Moock
durch Improvisationen.
Da lässt er die Orgel gern donnern und aufrauschen. So schreibt etwa
seine Toccata zum „Dies trae" die Schreckensvisionen der - vielleicht
allerberühmtesten, meist verwendeten und usurpierten -
mittelalterlichen Sequenz in die Gegenwart fort.
Der Organist, der in Köln bei Viktor Lukas, dem früheren Gürzenich-Organisten, studiert hat, erweist sich
als virtuoser Interpret und fantasievoller Improvisator.
Seine sehr persönlich anmutende und sorgfältig (auf Deutsch und Englisch) kommentierte CD-Produktion enthält
Fotos von St. Gereon, der Fenster, der Orgel, Gedanken zum
rheinischen Orgelbau und alle Registrierangaben. Eine Empfehlung
f ür Freunde der Kunst, der Architektur und der heute wieder prächtig
aufblühenden Kölner Orgellandschaft. |
|