|
"Kirche
mitten unter den Soldaten" |
|
Kardinal
Lehmann feierte Messe zum 50-jährigen Bestehen der
Militärseelsorge |
|

Militärgottesdienst in der
Basilika St. Gereon. |
Schon der erste Militärgottesdienst vor 50
Jahren wurde in St. Gereon gefeiert - das Jubiläum gestern
ebenso.
|
VON MATTHIAS PESCH |
Auslandseinsätze
bedeuten neue Herausforderungen für die Geistlichen |
Großbild
Foto: Worringen
|
Kardinal Karl
Lehmann sprach von einem „guten Zusammentreffen" der Ereignisse:
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hielt gestern
Morgen in der Basilika St. Gereon nicht nur den Festgottesdienst
zum 50-jährigen Bestehen der Katholischen Militärseelsorge in
Nordrhein-Westfalen, sondern die Gemeinde feierte gleichzeitig
den Gedenktag ihres Patrons, des römischen Soldaten, Märtyrers
und Kölner Stadtpatrons Gereon.
Am 10. Oktober 1956 hatte der damalige Kölner Erzbischof
Kardinal Josef Frings vor rund 400 Soldaten an gleicher Stelle
den ersten Soldatengottesdienst gehalten und damit bundesweit
für Schlagzeilen gesorgt. |
Es seien „keine
einfachen Jahre" gewesen, erinnerte Lehmann: In der Zeit der
heftigen Debatte um die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik habe
Frings mit seinem „viel beachteten Aufbruch" deutlich gemacht,
dass man „auch als Soldat Christ sein" könne.
In der vollbesetzten romanischen Kirche betonte der Mainzer
Bischof gestern, es habe sich „als glückliche Entscheidung
erwiesen", die Militärseelsorge von Anfang an mit der
Gemeindeseelsorge zu verzahnen.
Durch diese weltweit einzigartige Struktur der Militärseelsorge
„werden die Soldaten nicht in Gettos abgeschoben, sondern können
aufrechten Hauptes mitten in der Kirche leben".
Die Seelsorger wechselten in festgelegten Zeiträumen zwischen
Militärseelsorge und Gemeinde, auch als Bundeswehrgeistliche
seien sie militärisch unabhängig und könnten daher leichter ein
Vertrauensverhältnis zu den Soldaten aufbauen. |
Von Anfang an sei klar gewesen, dass „die
Kirche mitten unter den Soldaten und ihren Familien" sein
wollte, so Lehmann.
Der Kardinal wies darauf hin, dass durch die vermehrten
Auslandseinsätze der Bundeswehr auch die Arbeit der
Militärseelsorger vor neuen Herausforderungen stehe: „Damit
knüpft die Bundeswehr an den ursprünglichen Sinn der
Friedensstiftung an."
Beim anschließenden Empfang im Maternushaus sprach
Militärgeneralvikar Walter Wakenhut von einer
„Erfolgsgeschichte" der Militärseelsorge.
In Nordrhein-Westfalen arbeiten derzeit acht Militärpfarrer und
zwei Pastoralreferenten an zwölf Standorten.
Sie feiern mit den Soldaten Gottesdienste, bieten
Veranstaltungen wie etwa Familienwochenenden an,
halten den „Lebenskundlichen Unterricht" in den Kasernen, stehen
aber vor allem den Soldaten für Gespräche zur Verfügung. |
|