Der Kölner Stadtanzeiger berichtet in seiner Ausgabe vom Mittwoch, 11. Oktober 2006

 "Kirche mitten unter den Soldaten"

 Kardinal Lehmann feierte Messe zum 50-jährigen Bestehen der Militärseelsorge

Militärgottesdienst in der Basilika St. Gereon
Militärgottesdienst in der Basilika St. Gereon.

Schon der erste Militärgottesdienst vor 50 Jahren wurde in St. Gereon gefeiert - das Jubiläum gestern ebenso.
VON MATTHIAS PESCH
Auslandseinsätze
bedeuten neue Herausforderungen für die Geistlichen


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Foto: Worringen

Kardinal Karl Lehmann sprach von einem „guten Zusammentreffen" der Ereignisse:
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hielt gestern Morgen in der Basilika St. Gereon nicht nur den Festgottesdienst zum 50-jährigen Bestehen der Katholischen Militärseelsorge in Nordrhein-Westfalen, sondern die Gemeinde feierte gleichzeitig den Gedenktag ihres Patrons, des römischen Soldaten, Märtyrers und Kölner Stadtpatrons Gereon.
Am 10. Oktober 1956 hatte der damalige Kölner Erzbischof Kardinal Josef Frings vor rund 400 Soldaten an gleicher Stelle den ersten Soldatengottesdienst gehalten und damit bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.
Es seien „keine einfachen Jahre" gewesen, erinnerte Lehmann: In der Zeit der heftigen Debatte um die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik habe Frings mit seinem „viel beachteten Aufbruch" deutlich gemacht, dass man „auch als Soldat Christ sein" könne.
In der vollbesetzten romanischen Kirche betonte der Mainzer Bischof gestern, es habe sich „als glückliche Entscheidung erwiesen", die Militärseelsorge von Anfang an mit der Gemeindeseelsorge zu verzahnen.
Durch diese weltweit einzigartige Struktur der Militärseelsorge „werden die Soldaten nicht in Gettos abgeschoben, sondern können aufrechten Hauptes mitten in der Kirche leben".
Die Seelsorger wechselten in festgelegten Zeiträumen zwischen Militärseelsorge und Gemeinde, auch als Bundeswehrgeistliche seien sie militärisch unabhängig und könnten daher leichter ein Vertrauensverhältnis zu den Soldaten aufbauen.
Von Anfang an sei klar gewesen, dass „die Kirche mitten unter den Soldaten und ihren Familien" sein wollte, so Lehmann.
Der Kardinal wies darauf hin, dass durch die vermehrten Auslandseinsätze der Bundeswehr auch die Arbeit der Militärseelsorger vor neuen Herausforderungen stehe: „Damit knüpft die Bundeswehr an den ursprünglichen Sinn der Friedensstiftung an."
Beim anschließenden Empfang im Maternushaus sprach Militärgeneralvikar Walter Wakenhut von einer „Erfolgsgeschichte" der Militärseelsorge.
In Nordrhein-Westfalen arbeiten derzeit acht Militärpfarrer und zwei Pastoralreferenten an zwölf Standorten.
Sie feiern mit den Soldaten Gottesdienste, bieten Veranstaltungen wie etwa Familienwochenenden an,
halten den „Lebenskundlichen Unterricht" in den Kasernen, stehen aber vor allem den Soldaten für Gespräche zur Verfügung.
Presseberichteübersicht Pressebericht vom 6. September 2005

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Last Update:21.06.08 11:45  

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