Die Kirchenzeitung Köln berichtet in ihrer Ausgabe vom 5. Oktober 2001


Wie ein Schwalbennest
 St. Gereon erhielt neue Orgel - Einweihung durch Kardinal Meisner.


KÖLN. Allein die Fingerübungen des Organisten hören sich wie ein Konzert an: Wahrlich ein Meisterwerk ist dem Orgelbauer Friedbert Weimbs aus Hellenthal in der Eifel, .dem Architekten Herbert Queck und dem Statikbüro Schwab mit der neuen Orgel von St. Gereon geglückt. Ähnlich wie die Domorgel klebt das edle Instrument wie ein Schwalbennest an der Wand und gewinnt dadurch einen raumbeherrschenden, majestätischen Charakter, ohne die Raumwirkung des berühmten Dekagons zu beeinträchtigen. In einem Gottesdienst wurde die Orgel von Erzbischof Kardinal Meisner geweiht.
Die Orgel markiert somit den Schlussstein unter die aufwändigen Renovierungsarbeiten, die durch die schlimmen Kriegszerstörungen nötig waren, wie Dechant Karl-Josef Daverkausen, Pfarrer an St. Gereon, erfreut feststellte. Schon einmal besaß die Kirche eine solche Orgel, die über dem Eingang installiert war, sie wurde in der „1000-Bomber-Nacht" vom 30. auf den 31. Mai 1942 zerstört, viele Jahrhunderte hatte sie an dieser markanten Stelle gestanden, auf einer Empore installiert, auf die jetzt verzichtet wurde.

Ein paar technische Daten zur neuen Orgel: Sie besteht aus massivem Eichen- und Fichtenholz, verfügt über 2371 Pfeifen, 36 Register und wiegt schlanke 7,2 Tonnen. Bereits 1992 haben die ersten Vorüberlegungen zu einer neuen Orgel begonnen.
Hauptargument für eine neue Orgel im zehneckigen Zentralbau der Kirche war der ungünstige Standort der 1954 ebenfalls in Schwalbennestmanier installierten Chororgel. Unmöglich war so der Kontakt zwischen dem Organisten und der Gemeinde. Auch war die Orgel in Größe und Disposition unpassend für diesen riesigen Kirchenraum, der 1984 wiedererstand, nachdem die Trennwand wegen der Kriegsschäden beseitigt werden konnte, die das Langhaus und Dekagon trennte.

Ganz in den Ruhestand wird die alte Orgel nicht verabschiedet, bei kleineren Feiern im Langhaus soll sie auch weiter erklingen. Die Kosten für dieses Werk belaufen sich auf eine Million Mark. 300 000 Mark stammten aus dem Substanzkapital der Pfarrgemeinde, 100 000 Mark kamen vom Erzbistum Köln und 250000 Mark steuerte der Förderverein Romanische Kirchen bei. Außerdem wurden große und kleinen Spenden angenommen und Kollekten durchgeführt. Die Namen aller Spenderinnen und Spender wurden ins Goldene Buch der Stifter für den Wiederaufbau von St. Gereon eingetragen.

Zur Orgelweihe haben bereits einige Konzerte mit hochrangigen Organisten stattgefunden. Am 10. Oktober, 20 Uhr, spielt Regionalkantor   Jürgen von Moock, Organist von St. Gereon, Werke von Bach und Dupre. Auch die Gereonsfesttage werden von der Musik der neuen Orgel begleitet: Am 7. Oktober, 11.30 Uhr, beginnt der Festgottesdienst, am Abend, 19 Uhr, beginnt die Lichterprozession. Am 10. Oktober, dem Patrozinium der Kirche, beginnt um 
9 Uhr die Gemeindemesse, 18 Uhr ist eine Schlussandacht und um 20 Uhr schließt sich ein Orgelkonzert an. Am 5. und 12. Oktober lautet am Abend das Thema:
„Die Geheimnisse von St. Gereon": 
Es steht ab 20 Uhr eine besondere Abendführung mit Musikimprovisationen auf der Königin der Instrumente auf dem Programm.
Apropos Königin: Wie es sich für eine Königin gehört, erhielt die Orgel zur Verzierung Lorbeerzweige aus Lindenholz geschnitzt mit Weißgold-Poliment-Vergoldung aus der Hand von Professor Elmar Hillebrand.       RUM

Presseberichteübersicht Pressebericht: Rundschau 22.9.2001 
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Last Update: 21.06.08 11:45
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