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Die
Taufkapelle
Nach der Vollendung der Kuppel, selbst
für kirchliche Chronisten ein erwähnenswertes Ereignis, liefen
die Bauarbeiten weiter. Das belegt schon die erwähnte Notiz über
zusätzliche Einkünfte der Baukasse aus dem Jahre 1238. Auch die
Baubegeis-terung der Mitglieder des Stiftskapitels hält an. Dekan Hermann
stellt für zwei Jahre die sicher beachtlichen Einkünfte aus seiner
Pfründe für den Bau der Taufkapelle zur Verfügung. Das achtstrahlige
Gewölbe des zierlichen Baus an der Südseite des Dekagons greift
die klassische Konzeption der Baptisterien auf. Diese kann sich außen nicht auswirken.
Die Taufkapelle war zur Bauzeit zwischen Dekagon und einem langen gedeckten Gang
eingeklemmt, der von der östlichen Immunitätsmauer zum Westeingang
des Dekagons in die Vorhalle führte.
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Durch diese notwendige
Wahl des Bauplatzes für die Taufkapelle dringt das Mauerwerk des gerade
vollendeten Dekagons in den Raum der Taufkapelle ein. Dabei wurden Teile
des noch frischen Verputzes des Dekagons konserviert. Eine einmalige Gele-genheit.
Diese Reste zeigten eine Mörtelputzstärke von etwa 0,5 cm. Unabhängig
vom tatsächlichen Fugenverlauf des Mauerwerks war darauf ein Fugenmuster
mit schwarzen Strichen aufgetragen.
Dieses Grundmuster des strahlend hellen
Mauer-werks der äußeren Erscheinung des Dekagons wird man sich an
architektonisch wichtigen Stellen, meist mit Bildhauerarbeiten
besetzt, |

Taufkapelle Südwand
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zusätzlich farbig gefasst vorstellen müssen. Gesimse, Kapitelle oder
Plattenfries sind sicher solche Stellen gewesen. Mit dem
Schmuck des blei gedeckten Daches des Dekagons vollendete sich das
prunkvolle Bild. Hier hat man auf Resten der mittelalterlichen Bleiplatten
rings um den bekrönenden Knauf 1878 Spuren vergoldeter Muster entdeckt. |
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Zurück zur Taufkapelle, die diese
Entdeckungen möglich machte. Die Einzwängung der Taufkapelle
macht auch die Lage der Fenster im Westen und rings um die kleine Apsis
im Osten verständlich. Eine Fülle von Kapitellen, teils als Kämpfer
der Rippen umgedreht aufgelegt, von Säulen mit Schaftringen und erhaltener
Wandmalerei bietet einen ungewöhnlichen Eindruck spätromanischer
Architektur. Ein Kleinod, das um 1230/1240 entstanden sein wird; denn eine
genauere Datierung lässt die Notiz über die großzügige
Stiftung des Dekans Hermann leider nicht zu.
Die wenig später entstandenen Wandmalereien
weisen in die Mitte des 13. Jh. mit den typischen scharf gebrochenen Falten
der Gewänder, wie sie auch in St. Maria Lyskirchen begegnen. Auf der
Wand gegenüber dem Eingang sind von links nach rechts die Heiligen
Konstantin, Gereon, Gregor Maurus, Maternus und Anno, auf der Eingangswand
die Heiligen Katharina, Helena, Vincenz, Laurentius und Stephanus dargestellt, wenn auch nicht
immer mehr gut zu erkennen.
In Kontrast zur kleinteiligen Architektur stehen
die großen Heiligengestalten der Nischen.
In den Gewölbezwickeln
über dem Altar, den die Familie Statz 1860 stiftete, erscheint Christus
als Richter des Jüngsten Gerichtes, begleitet von Maria und Johannes
dem Täufer. Über allem schloss sich ein blauer Himmel mit
goldenen Sternen, zusammengefasst im prächtig ornamentierten Schlussstein.
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Als Altarbild
dient ein Triptychon des frühen 16. Jh.: Eine
Kreuzigungsdarstellung, auf den Flügeln begleitet von den
Heiligen Georg, Paulus, Margarete von Schottland und
Christophorus. Der heilige Christophorus erinnert daran,
dass dieses Altarbild aus St. Christoph übernommen wurde.
Das spätromanisch achteckig geschnittene Taufbecken schließt
ein getriebener Messingdeckel des Jahres 1931. Die
zurückhaltend und klar gestalteten neuen Fenster entstanden
nach Entwürfen von Irene Hugot-Rothweiler.
Text-Copyright:
Werner Schäfke. |
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