Aufriss und Grundriss

Spätantiker Gründungsbau


4. Jahrhundert
Auf ovalem Grundriss wurde im 4. Jahrhundert ein monumentaler Bau errichtet. Seine Grundgestalt ist deutlich im Zentralbau der Kirche erkennbar und sein Mauerwerk ist im heutigen Bau noch erhalten.


Dieser Gründungsbau kann gut rekonstruiert werden. So sind die Nischen im Erdgeschoss, auch Konchen genannt, je vier im Süden und vier im Norden, in ihrer ursprünglichen Gestalt weitgehend erhalten. Die beiden westlichen Konchen der Südseite, die während des Krieges zerstört worden sind, konnten rekonstruiert werden. Die Konchen hatten drei Fenster, deren Gestalt mehrfach verändert wurde. Auszunehmen sind die beiden östlichen Konchen, die jeweils nur ein Fenster hatten.
Erkennbar sind im Mauerwerk die Bögen der alten Fensteröffnungen. Die vermutlich zweigeschossige Ostapsis ist nicht mehr erhalten. Sie musste später dem Anbau des Langchores weichen. Die Wandzone über dem Erdgeschoss des zentralen Raumes, als Tambour bezeichnet, wurde von großen Fenstern durchbrochen, die sich axial über den Konchen befanden und viel Licht in den Raum hineinließen. An der Stelle dieser Fenster befindet sich heute die Emporenzone. 

Es ist davon auszugehen, dass über der Tambourzone eine Massivkuppel begann, die den ovalen Raum überwölbte. Außerhalb des Gebäudes, neben dem Eingang, gab es zwei vier Meter hohe Wandnischen. Vorgelagert waren ein Narthex (Vorhalle) und ein Gebäudekomplex mit Atrium (Innenhof). 

Text-Copyright: Dr. Martina Langel ML. 


Isisstein
Weihestein für die Göttin Isis

Dieser Stein mit Inschrift ist ein Weihestein für die altägyptische Muttergöttin Isis. Er wurde im Fundament des nordwestlichen Dekagonpfeilers gefunden.
 
Er war dort als einfacher Baustein versetzt worden und kam während der Bauarbeiten der Nachkriegszeit ans Tageslicht. Die Oberfläche war rußgeschwärzt, eine Münze des Kaisers Constants steckte in einem Spalt des Steins.

Diese Münze ist bis jetzt die wichtigste Nachricht über die Anfänge des antiken Ovalbaus von St. Gereon.  Sie kann nicht vor dem Jahr 345 geprägt worden sein.

Welche Gestalt hatte
dieser spätantike Ovalbau von St. Gereon?


Nischenwand

Den Fußboden schmückte ein Mosaik, dessen Reste in einer seitlichen Nische noch erhalten sind. Der Raum-schmuck mit Säulen und Wandmosaiken wurde oft gerühmt und trug dieser Kirche den Beinamen „ad sanctos aureos“  -
„zu den goldenen Heiligen“ ein. Immer noch ist verborgen, für wen und warum dieses großartige Bauwerk errichtet wurde.
Sicher ist, dass das bebaute Gelände ursprünglich ein Friedhof war. Auch später hat man noch lange in der Kirche und ihrer Umgebung Menschen beerdigt.

Text-Copyright: Dr. Martina Langel


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Last Update:  13.11.09 18:16 H. Wolfgarten