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Erbauer:
Josef Weimbs Orgelbau,
Hellenthal
Technische Daten:
36 Register, davon
5 Transmissionen,
3 Manuale und Pedal,
mechanische Schleifladen,
mechanische Spieltraktur,
vorbereitet zum Anschluss eines zusätzlichen
elektrischen Spieltisches,
elektronische Registertraktur,
elektronischen Setzer mit 2048 Kombinationen.
Stimmung:
gleichstufig temperiert,
a´= 440 Hz bei + 18° C
Anzahl der
Pfeifen: 2371
Gewicht der Orgel:
7,2 T |

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417 KByte |
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Disposition der Weimbsorgel:
Prof. Hans Dieter Möller, Regionalkantor Jürgen von Moock, Firma Weimbs
Mensuren:
Firma Weimbs
Projektentwurf und Konstruktion:
Mathieu Hell in Zusammenarbeit mit
Hofarchitekten E. Mennicken und J. Loseck
Dekor am Prospekt: Prof. Elmar
Hillebrand
Intonation: Friedbert Weimbs, Thomas
Herkenhoener
Statik: Dipl. Ing. Otmar Schwab u.
Partner, Köln
Bauausführung der Empore:
Bauunternehmung Schorn
Bauleitung: Hofarchitekten
E. Mennicken und J. Loseck
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I Rückpositiv C-g´´´
1. Principal 8'
2. Holzgedeckt 8'
3. Salicional 8'
4. Gemshorn 4'
5. Flöte 2'
6. Sedez 1'
7. Sesquialter II 2 2/3'
8. Fourniture III 1 1/3'
9. Cromorne 8'
Tremulant |
I Hauptwerk C-g´´´
10. Principal 16'
11. Prinzipal 8'
12. Rohrflöte 8'
13. Viola da Gamba 8'
14. Unda Maris 8' ab c°
15. Oktave 4'
16. Flöte 4'
17. Quinte 2 2/3'
18. Superoctave 2'
19. Cornet 5fach ab f°
20. Fourniture 5fach 2'
21. Cymbale 3fach 1'
22. Trompette 8'
23. Clairon 4' |
II Echo C.g´´´ (schwellbar)
24. Gedeckt 8'
25. Flaut 4'
26. Doublette 2'
27. Sesquialter 2fach 2 2/3'
28. Basson/Hautbois 8'
29. Voix humaine 8'
Tremulant
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Pedal C-f'
30. Prinzipal 16' (Tr. aus 10)
31. Subbaß 16'
32. Principal 8' (Tr. aus 11)
33. Rohrflöte 8' (Tr. aus 12)
34. Bombarde 16'
35. Trompette 8' (Tr.aus 22)
36. Clairon 4' (Tr.aus 22)
Koppeln
I-II.
III-II
I-P
II-P
III-P |
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Die neue Weimbs-Orgel
Nach
langen Jahren des Planens erhält die Kölner Pfarrkirche St. Gereon
nun endlich eine Orgel, die der Bedeutung dieses einmaligen Bauwerks
entspricht. St. Gereon kann auf eine lange Orgeltradition zurückblicken,
die bis in das 13. Jahrhundert reicht. Ein bemerkenswertes Instrument
war sicherlich die im 16. Jahrhundert durch Nicolaas Niehoff und Arnt
Lampeler van Mill, hervorragende Meister der sog. Nordbrabanter Schule
in s'Hertogenbosch, ausgeführte Orgel. Die Hohe Domkirche
besaß ebenfalls ein Orgelwerk großen Stils aus diesen Werkstätten. Im
Barock und späten 19. Jahrhundert nahm man diverse Umbauten an der Orgel
von St. Gereon vor; das kostbare Renaissancegehäuse aber blieb bis zur
endgültigen Zerstörung der Kirche im Zweiten Weltkrieg erhalten. Nach
Wiederherstellung des Langchores errichtete die Bonner Orgelwerkstatt
Klais dort eine kleine Schwalbennestorgel mit 16 Registern. Mit
Fertigstellung des Dekagons, das der Gemeinde als zentraler Ort zur
Feier der Liturgie dient, machte sich aber das Fehlen eines angemessenen
Instrumentes immer stärker bemerkbar. Ein Orgelneubau war eigentlich nur
dort denkbar, wo schon das Niehoffsche Instrument gestanden hatte - über
dem Eingang des Dekagons. Nach vielen Überlegungen entschied man sich
dann auch für diesen Aufstellungsort.
Die beim Wiederaufbau erfolgten statischen Veränderungen und die Öffnung
eines vorher geschlossenen Fensters hinter der Orgel zwangen bei der
Planung des Instrumentes zur äußersten Ökonomie hinsichtlich der
Disposition. Diese Beschränkung ist aber keineswegs als nachteilig zu
werten, da der Zentralbau über eine hervorragende Akustik verfügt. Man
einigte sich auf eine Disposition, die an die klassische Tradition der
rheinischen Orgelbauerfamilie König aus Bad Münstereifel anknüpft. Eine
solche Entscheidung war auch insofern sinnvoll, als die Orgelneubauten
der letzten Jahre in der Kölner Innenstadt fast alle dem Prinzip einer
mehr oder weniger großen "Universalorgel" folgen, sich hier aber eine
Gelegenheit bot, einen völlig anderen Akzent zu setzen. Der Bau eines
reich besetzten Schwellwerks wäre beispielsweise infolge des zur
Verfügung stehenden Platzes in St. Gereon nicht möglich gewesen. Schon
bei der Pedalbesetzung musste man sich mit nur zwei selbständigen
Stimmen begnügen, die
restlichen Register werden aus dem Hauptwerk
transmittiert. |
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So entstand ein eher klassisches Klangkonzept. 31 Register verteilen
sich jetzt auf Hauptwerk, Rückpositiv, schwellbares
Echowerk und Pedal. Das Hauptwerk verfügt über einen lückenlosen
Prinzipalchor, dessen Fundament der Principal 16' ist und der mit den
Mixturen Fourniture und Cymbale seine Klangkrone erhält. Der Zungenchor
ist mit Trompette 8' und Clairon 4' vertreten, Cornet V dient als
Solostimme und Zungenverstärker, Flöten zu 8' und 4' bilden den
lyrischen Weitchor. Die reichhaltige Farbpalette wird durch die
schwebende Unda Maris und eine Viola da Gamba ergänzt. Im Rückpositiv,
das auf Principal 8' basiert und dessen Plenum durch eine Fourniture den
notwendigen Glanz erhält, finden sich neben weiten Flöten und einem
Streicher (Salicional 8') auch Farbregister wie Sesquialter II und die
klassische Zungenstimme Cromone 8'. Im schwellbaren Echo stehen u.a. die
lyrischen Zungenregister Basson/ Hautbois 8' und
Voix humaine 8'. Das Pedal verfügt über einen tragfähigen Subbaß 16',
eine klanglich mächtige Bombarde 16' und die schon erwähnten
Transmissionen aus dem Hauptwerk. Verschiedene Koppeln gestatten die
Verbindung der einzelnen Werke untereinander, Tremulanten ermöglichen
durch eine Beunruhigung des Orgelwindes nochmals spezielle
Klangeffekte. |
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Vergleicht man die Disposition der Orgel von St. Gereon mit
der des Balthasar König von 1727 in der Basilika zu Steinfeld, so ergeben sich
durchaus Parallelen. Beabsichtigt war aber keine Stilkopie, sondern ein ganz
eigenständiges Instrument, das Anregungen aus dem rheinischen Orgelbau des 18.
Jahrhunderts aufnimmt, jedoch eine Orgel unserer Zeit darstellt. All diese
Überlegungen bleiben aber Papier, wenn der Orgelbauer, der über eine vielseitige
Begabung verfügen muss, sie nicht entsprechend umsetzt. So
gilt denn auch heute noch Jakob Adlungs Wort über die „Orgelmacherkunst" aus dem
Jahre 1768: „Sie erfordert einen guten Grund in der Mathematik, weil sie stets
mit Aus- und Abmessungen zu thun hat. Es gehören viel Handwerke dazu. Es muss
einer ein guter Tischler, Klempener, Schmidt usw. seyn. Nicht weniger muss auch
ein guter Orgelmacher die Metalle und Holzarten aus der Physik verstehen; er
muss drechseln können: sonderlich aber wird erfordert, dass er die Architektur
gründlich inne habe. Es haben auch die Orgelmacher desfalls besondere Privilegia,
und heißet diese Sache kein Handwerk, sondern eine Kunst."
Prof. Hans-Dieter Möller
22. September 2001 |
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