Langchor
vor der Kriegszerstörung
Das Foto des Langchores aus der Zeit vor der
Kriegs-zerstörung vermittelt einen Eindruck seines Aussehens im Mittelalter
und in der Barockzeit. Es zeigt vor den Wänden unten zunächst das alte
Chorgestühl. Dies war der Ort. in dem die Chorherren zum Stunden-gebet
anwesend sein sollten. Standfiguren zierten die Wangen. zahlreiche Figuren
aus Tier- und Fabelwelt wurden als Schmuck der Handknäufe gearbeitet. Das
Gestühl entstand wohl Anfang des 14. Jahr-hunderts kurz vor dem Gestühl des
Kölner Domes. Es ist im Krieg verbrannt. Als es aufgestellt wurde,
schmückten Mosaikbilder den Fußboden im Chor, deren erhaltene Stücke jetzt
in der Krypta verlegt sind.
Das Foto zeigt weiterhin an den Wänden unterhalb der Fenster aufwendige
geschnitzte Sehränke mit gedrehten Säulen, Rankenwerk, eingestellten Figuren
und einer bewegten Reihe geschnitzter Engel. Die Holzfigur des Gereon, die
heute im Langchor steht, entstammt diesem aufwändigen Schmuck. Die
prächtigen Schränke waren Reliquienschränke, die zur Aufbewahrung von
Schädeln der Heiligen gebraucht wurden. Sie waren die modernen Nachfolger
mittel-alterlicher Schränke, die sowohl hier, als auch im Dekagon gehangen
haben.
Dr. Martina Langel ML.