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Spätmittelalterliche
und nachmittelalterliche Bauarbeiten
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Größere
Bauunternehmungen stellen in gotischer Zeit nur die Erneuerung
der Sakristei und die gotische Umwandlung des Chores dar. 1319,
als der Priesterkanoniker Johannes von Stayburg den Altar der
Sakristei dotiert, ihn mit Einkünften versieht, die einen Vikar
ernähren sollen, wird der Bau vollendet sein. Die vierbahnigen
Fenster der Sakristei entsprechen im Maßwerk fast den Fenstern
des Chorumgangs im Dom. Sie sind nur wenig bescheidener
angelegt. Prunkvoll, Vorstufe für das Blendmaßwerk der Nordwand
des Hansasaals im Rathaus, wird das Blendmaßwerk an der Südwand
der Sakristei. Hier wird ein Reichtum ausgespielt, den man bei
offenen Maßwerken nicht durchführen wollte.
Die Fenster sind im Maßwerk bescheidener. Sie bewahren noch im
Unterteil einen Heiligenfries der kostbaren Fenster des frühen
14. Jahrhunderts. Wilhelm Buschulte hat sie kongenial
fortgesetzt.
Die Sakristei ist heute zugleich Schatzkammer der Kirche, die
Grabungsfunde und Kirchengerät vom frühen Mittelalter bis heute
bewahrt. Aus der mittelalterlichen Bauzeit, dem Höhepunkt der
Architektur des Dekagons entsprechend, stammen zwei kostbare
Armreliquiare, deren Emails Gereon und Helena - mit der ältesten
Darstellung der Kirche -, auch den Stifter/ Propst Arnold von
Born, zeigen. |
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Größere
Bauunternehmungen stellen in gotischer Zeit nur die Erneuerung der
Sakristei und die gotische Umwandlung des Chores dar. 1319, als der
Priesterkanoniker Johannes von Stayburg den Altar der Sakristei dotiert,
ihn mit Einkünften versieht, die einen Vikar ernähren sollen, wird der
Bau vollendet sein. Die vierbahnigen Fenster der Sakristei entsprechen
im Maßwerk fast den Fenstern des Chorumgangs im Dom. Sie sind nur wenig
bescheidener angelegt. Prunkvoll, Vorstufe für das Blendmaßwerk der
Nordwand des Hansasaals im Rathaus, wird das Blendmaßwerk an der Südwand
der Sakristei. Hier wird ein Reichtum ausgespielt, den man bei offenen
Maßwerken nicht durchführen wollte.
Die Fenster sind im Maßwerk
bescheidener. Sie bewahren noch im Unterteil einen Heiligenfries der
kostbaren Fenster des frühen 14. Jahrhunderts. Wilhelm Buschulte hat sie
kongenial fortgesetzt.
Die Sakristei ist heute zugleich
Schatzkammer der Kirche, die Grabungsfunde und Kirchengerät vom frühen
Mittelalter bis heute bewahrt. Aus der mittelalterlichen Bauzeit, dem
Höhepunkt der Architektur des Dekagons entsprechend, stammen zwei
kostbare Armreliquiare, deren Emails Gereon und Helena - mit der
ältesten Darstellung der Kirche -, auch den Stifter/ Propst Arnold von
Born, zeigen. |

Stiftsbild
Modell aus dem Stadtmuseum |
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Von schlichter Präzision sind dagegen
die Maßwerkfenster und Gewölbe, die in den beiden Chorjochen
in der zweiten Hälfte des 14. Jh. eingefügt werden. Heinrich Suderiand, Mitglied des Stiftskapitels, stiftet sie. Er stirbt 1404. Das
Memorialbuch des Stiftes notiert zwar auch, dass er außerdem
die Vorhalle und zwei Flügel des untergegangenen Kreuzganges
wölben ließ, berichtet aber nicht, in welchen Jahren diese Arbeiten
durchgeführt wurden. Die Konsolen der Gewölbe der Vorhalle mit
ihrer Versammlung erschreckender Dämonen - nur ein Engel mit erlösender
Botschaft ist dazwischen - bieten ein beängstigendes Bild von der
Furcht, die das späte Mittelalter bewegte.
Ein solcher Bau bedarf ständiger Pflege
und muss immer wieder einmal den Erfordernissen der sich wandelnden
Liturgie angepasst werden. Die zufällig überlieferte Aktion
des Dekans Wilhelm de Schinnis ist nur ein Beispiel für viele, die
wir nicht kennen. Im 17. und 18. Jh. ist man dabei besonders aktiv. Es
werden sogar die Fenster der Apsis vergrößert, um barockem Lichtbedürfnis
zu genügen.
So ist von den aufeinander folgenden Ausstattungen
oft nur ein Rest als Monument zu entdecken, das einst Teil eines groß angelegten
Konzepts war. Am Ende der barocken Ausstattungsphase hat sich das Kapitel
sogar noch entschlossen, die Glocken neu gießen zu lassen. Drei der
fünf Glocken, die der berühmte Glockengießer Martin Legros
1779 goss, sind noch erhalten. Die beiden größten Glocken wurden 1942 im Brand des Südturmes
zerstört. Sie wurden 1961 in der Glockengießerei Mabilon &
Co., Saarburg neu gegossen. Das Geläut ist auch nach dem Neuguss abgestimmt auf: - b° - c' - d' - es' -1' -.
Einschneidende Eingriffe in die Bausubstanz
und in die Gestaltung der Umgebung der Kirche bringt die Säkularisation.
Die Cäcilienkapelle auf der Nordseite des Dekagons und der Treppenturm
werden wegen Baufälligkeit abgerissen. Kreuzgang und Stiftsgebäude
folgen. Nach den Grabungen des Jahres 1988 hat man die Grundmauern der
Caecilien-Kapelle sichtbar stehen lassen. Der Treppenturm wurde bereits im 19. Jh. erneuert. Die
Gestalt der Vorhalle wird verändert. Die letzte großzügig
geplante Ausstattung, die August von Essenwein entworfen hatte, ist im
letzten Krieg vernichtet worden. Eine neue Konzeption ist an ihre Stelle
getreten. Das lässt sich am einfachsten erfassen, wenn man mit
bedachtem Blick auf diese Spuren der Vergangenheit die Räume noch
einmal abschreitet. |
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