St. Gereon in Köln


Im Kranz der romanischen Kirchen Kölns nimmt St. Gereon einen hohen Rang ein. Unter den Stiften und Klöstern Kölns stand nach dem Dom St. Gereon an erster Stelle, voller Stolz auf seine Adelsherrlichkeit. Von der Architektur des Dekagons, einer faszinierenden Verbindung romanischer und gotischer Baugedanken, geht immer noch der Glanz des hohen Mittelalters aus. Man leistete sich den größten Kuppelbau zwischen der byzantinischen Architektur der Hagia Sophia in Konstantinopel und der Renaissancebaukunst Brunelleschis am Dom zu Florenz. 

A
nlass dieses in Köln und weit darüber hinaus einzigartigen Bauwerks war der Verfall des spätantiken Gründungsbaus von St. Gereon. Auch wenn eine abschließende Untersuchung noch aussteht, lässt sich seine Gestalt erkennen.  Erste Baumaßnahmen im Bereich des spätantiken Ostchores haben im 8. Jh. stattgefunden.  Mitte des 11. und wieder Mitte des 12. Jh. wird in zwei Schritten der lang gestreckte Chor für den Stiftsklerus ausgebaut. Zwei Türme zu Seiten der reich gegliederten Apsis lassen eine stadtseitige Ostfassade entstehen.

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Luftaufnahme St. Gereon 

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Nach schweren Kriegszerstörungen
kurz vor der Vollendung des Wiederaufbaus

Der spätantike Bau, ein Oval mit acht Nischen, Ostchor und westlicher Vorhalle, war inzwischen baufällig geworden. Er wird Grundlage der staufischen Erneuerung zu Beginn des 13. Jh. Dabei wird das Oval in ein Zehneck, das Dekagon, verwandelt. 1227 wurde das Gewölbe geschlossen. Nach einem der Bombentreffer des Zweiten Weltkriegs drohte der Einsturz. Erst seit dem 6. Oktober 1984 kann die Pfarrgemeinde das Dekagon wieder für ihre Gottesdienste nutzen.
Text-Copyright: Werner Schäfke


 

GLOCKENÜBERGABE

"Albanus-Glocke" in St. Gereon angekommen


Die Pfarrei St. Alban war eine der ältesten Pfarreien der Kölner Römerstadt. Zusammen mit den Pfarreien St. Kolumba und St. Laurenz ist sie offensichtlich aus Nebenkirchen des damaligen Domes entstanden. Die Pfarrei erstreckte sich rund um den Quatermarkt. Als Pfarrkirche ist (Alt) St. Alban zum ersten Mal im Jahre 1149 erwähnt.

Das Pfarrgebiet erstreckte sich rund um den Quatermarkt und war wohl durch Stiftungen der dort ansässigen, wohlhabenden Pfarrmitglieder in der Lage wertvolle Ausstattungsgegenstände
anzuschaffen.

In der Kirche St. Alban im Stadtgarten sind noch einige dieser Kunstwerke zu sehen. Aber nicht nur diese Stücke konnten bewahrt werden: neben wertvollen Textilien und Goldschmiedearbeiten ist uns auch noch eine der ehemals vier Glocken erhalten geblieben.


Sie stammt aus dem Jahr 1507 und trägt den Namen Alban.

ALBANUS HEISCHEN ICH
IND ERE SENT QVIRINS LVIDEN ICH TZO GOTTDIEINST GEBRVCHT MEN MICH BLITZEN IND DONRE STUREN ICH“

heißt es
auf der Umschrift der Glocke.

Während im Jahre 1943 drei Glocken der Kirche abgenommen
wurden, blieb der Albanus Glocke
dieses Schicksal erspart.

 


Nachdem die Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg schwer zerstört und die Zahl der Gemeindemitglieder auf ein Minimum gesunken war, gab man die Kirche an dieser Stelle auf, ohne die Pfarrei aufzulösen und die Glocke fand dort keine Verwendung mehr. So begann der Weg der Glocke durch Köln.

Zunächst läutete sie in der Kirche Maria vom Frieden des Kölner Karmel. Am 29. Mai 1956 überführte man das neugegründete Rektorat um den Stadtgarten in die noch existierende Pfarrei St. Alban.
So wurde sozusagen die Pfarrei um den Quatermarkt nach dort verlegt und der Bau einer neuen Kirche geplant, die man 1958 im Stadtgarten vollendete.

Nachdem man Überlegungen, die Glocke im Stadtgarten läuten zu lassen, verworfen hatte, fand sie später in der Bruder-Klaus-Kirche Verwendung. Hier wurde sie inzwischen durch ein neues Geläut ersetzt. Für die Basilika St. Gereon gab es eine Konzeption aus dem Jahr 1984, welche vorschlug, das bestehende Geläut um eine weitere sechste Glocke zu erweitern.

Auch ein freies Feld für den Glockenstuhl war vorhanden. Zufällig hat die aus Alt-St. Alban erhaltene Glocke genau die passende Disposition. So beschloss der Kirchenvorstand die Bruder-Klaus- Gemeinde um Überführung der Glocke zu bitten und diese im Nordturm der Basilika aufzuhängen.

Seit September 2008 ergänzt sie nun das Geläut von St. Gereon. Bei der Glockenvigil zur Domwallfahrt und der Reliquienprozession zum Abendgottesdienst des Gereonsfestes war der Klang der Albanusglocke zu hören. Die neue Glocke ist nicht nur eine schöne Ergänzung zum bisherigen Geläut unserer Pfarrkirche.

Seit dem 31. Dezember 2006 wurden ja die bisherigen Gemeinden St. Alban, St. Michael und
St. Gereon aufgelöst und eine neue Gemeinde mit der Basilika als Pfarrkirche und dem heiligen Gereon als Patron entstand.


Wenn nun die Glocke mit dem Namen des heiligen Alban in unserer Pfarrkirche läutet, ist dies ein schönes Zeichen der Zusammengehörigkeit unserer neuen Gereonsgemeinde mit ihren drei Kirchen. Sie ist aber auch ein Zeichen der Verbundenheit mit der alten St. Alban-Gemeinde, deren Andenken in der Neu-Alban-Kirche und ihren Ausstattungsgegenständen fortdauert.

Andreas Brocke, Pfarrer


 
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Last Update:  10.11.09 17:03 H. Wolfgarten