|
Das
Ende der Kindertagesstätte
an St. Gereon |
Das
Ende der Kindertagesstätte
an St. Gereon
Wie
Sie schon aus vorangegangenen Veröffentlichungen
erfahren konnten,
geht im Sommer
2007 für die Pfarre St. Gereon
eine über
40-jährige Kindergartentradition in der eigenen
Trägerschaft zu Ende. |
Das zu diesem Zweck von der Gemeinde erbaute
Haus wurde 1964 eröffnet und seit 1970 als
Kindertages-stätte mit Hort und zeitweise 90
betreuten Kindern geführt. Seit 1998 bestehen
nebeneinander eine Kindertagesstätten-Gruppe und
eine Hortgruppe mit je 20 Kindern. Die Pfarrei St. Gereon verliert im Zuge der
beschlossenen Sparmaßnahmen von Politik und
Diözese ihren Kinderhort und zugleich ihren
Kindergarten mit qualifiziertem Personal.
Diesen Schritt bedauern wir zutiefst, nicht
zuletzt, weil wir von der guten und fundierten
Bildungsarbeit in der katholisch geprägten
Kindertagesstätte überzeugt sind. Wie notwendig
und wichtig diese frühkindliche Bildung und
Erziehung im Vorschulalter heute gewertet wird,
ist gesellschaftlicher Konsens und braucht an
dieser Stelle nicht eigens betont zu werden. Für
die religiöse Erziehung ist die Erfahrung des
gemeinsamen Glaubens und die Nähe zur Kirche -
hier sogar im wörtlichen Sinne neben den
Vermittlungen des Elternhauses entscheidend für
die religiöse Grundausrichtung.
Die Erzieherinnen an der katholischen
Kindertagesstätte St. Gereon haben auch in
dieser Hinsicht vorbildliche Arbeit geleistet
und mit ihrem Engagement für die Kinder dazu
beigetragen, dass die Einrichtung im Viertel und
in der Stadt einen guten Ruf hat.
Nun war schon länger klar, dass nach den
politischen und diözesanen Neuplanungen ein
Wandel unumgänglich werden würde. Durch die
Vorgaben der Politik und die festgelegten
Sparmaßnahmen hatte der Kirchenvorstand nicht
viel Entscheidungsspielraum. Bis zu den ersten
Kontakten mit dem Caritasverband sah es so aus,
dass zukünftig nach aller Wahrscheinlichkeit im
Schatten der Kirche St. Gereon keine
Kindertagesstätte mehr existieren würde. Trotz
der negativen Vorzeichen haben wir immer wieder
versucht, neue Wege für die Weiterführung
unserer Einrichtung zu finden und können nun
mitteilen, wie es weitergehen wird: |
 |
Casa Italia St. Elisabeth Jugendheim e. V |
|
Es ist uns gelungen, für die Zeit
nach unserer Trägerschaft wieder
eine katholische Einrichtung an diesen Ort zu binden. Die Gebäude
werden im Anschluss von der
Kindertagesstätte „Casa Italia"
des Caritasverbandes für die Stadt
Köln mit seinem Träger St. Elisabeth
Jugendheim e. V. genutzt.
|
Diese Einrichtung wird eine
dreigruppige Kindertagesstätte mit
einer kleinen altersgemischten
Gruppe sein. Hierbei handelt es sich
um eine bilinguale Einrichtung. In
den Verträgen mit dem neuen Träger
ist vorgesehen, dass alle Kinder,
die zu diesem Zeitpunkt die
Einrichtung besuchen, in der „Casa
Italia", und damit im Gebäude an St.
Gereon bleiben können -
vorausgesetzt die Familien lassen
sich auf das bilinguale Konzept ein.
Im Vordergrund der Arbeit steht auch
hier die Entwicklung der
Gesamt-Persönlichkeit der Kinder.
Jede Kindergruppe wird durch eine
deutsche und durch eine italienische
Fachkraft betreut nach dem Prinzip:
„Eine Sprache - Eine Person". Dies
führt bei den Kindern zu einem
Erlernen ihrer Erst- und
Zweitsprache in natürlicher
Umgebung, im täglichen Kontakt. Wie
positiv diese neuen
sprachpädagogischen Konzepte und
Profile beurteilt werden, belegt
nicht zuletzt eine Evaluationsstudie
der Erziehungswissenschaftlichen
Fakultät an der Universität zu Köln,
die die 2002 eingeführten
vorbildhaften Modelle sehr positiv
beurteilt.
Sprachsensibilität und
Sprachbewußtheit der Kinder lassen
sich mit diesen neuen Methoden
besser ausbilden und fördern
geradezu spielerisch einen
integrativen gesellschaftlichen
Prozess. Entgegen landläufiger
Meinung ist heute zweifelsfrei:
zweisprachiges Aufwachsen stellt
eine außerordentlich günstige
Voraussetzung für die Entwicklung
allgemeiner sprachlicher und
geistiger Leistungen eines Kindes
dar.
Für die vom Wechsel betroffenen
Eltern gab es eine
Inforrnationsveranstaltung der
Kirchengemeinde St. Gereon mit der Leiterin der
„Casa Italia", Frau Marina Lamaina,
in der das für uns neue Konzept
vorgestellt wurde. Alle Eltern, die
einen Verbleib ihres Kindes in der
„Casa Italia" wünschen, können dies
nun mitteilen. Gegebenenfalls werden
auch Alternativen für die anderen
Kinder gesucht. Wir haben erreichen
können, dass es auch in Zukunft nach
dem Träger Wechsel bei einer
Belegungsmöglichkeit für Kinder aus
der Gemeinde bleibt. Somit laden wir
auch jetzt schon Eltern ein, deren
Kinder zürn Sommer 2007 in den
Kindergarten an St. Gereon gehen
wollen, sich frühzeitig zu melden
In der neuen Groß-Pfarrei St. Gereon
gibt es nun die auch zukünftig von
der Gemeinde getragene
Montessori-Kindertagesstätte an St.
Alban, die (noch) katholische
Kindertagesstätte an St. Michael und
ab August 2007 unter der
Trägerschaft des Caritasverbandes
die bilinguale Kindertagesstätte
„Casa Italia" an St. Gereon.
Der noch amtierende Kirchenvorstand
ist überzeugt, mit diesem Schritt
für die zukünftige Groß-Gemeinde
eine zukunftsweisende und
integrative Initiative katholischer
Prägung in unsere Mitte geholt zu
haben. Bei allem Schmerz, den wir
bei dem Verlust unserer
Kindergarten-Selbständigkeit
verspüren, überwiegt doch nun das
positive Gefühl, für die Kinder des
Gereonsviertel Kontinuität erreicht
zu haben und zugleich für die neue
Groß-Gemeinde, aber such für die
Stadt Köln mit ihren vielen
italienisch sprechenden Mitbürgern
eine wichtige Weichenstellung
ermöglicht zu haben.
Der römische Legionär St. Gereon
wird die im Schatten seiner
Patronatskirche zukünftig nun
italienisch und deutsch spielend
lernenden Kinder besonders zu
schützen wissen. Wir wünschen dem hier neuen und
zukunftsweisenden Konzept einen
schwungvollen Start, verbunden mit
der am Ort schon traditionsreichen,
liebenden Fürsorge für unsere
Kinder.
Dr.
Gottfried Stracke Kirchenvorstand, 2. Vorsitzender |
|
|
|
|